Die Springer sind bei Perry Rhodan so etwas wie das Salz in der Suppe. Oder doch zumindest ein wichtiges Gewürz. Irgendwie ist es aber doch schade, dass sie meistens irgendwie stereotyp beschrieben werden und mit wenigen Ausnahmen immer draufzahlen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch bei den Galaktischen Händlern noch ein paar kleine Überlegungen anstelle.

Die erste ist das Handelsmonopol. Da müssen wir uns zuerst klar machen: was ist eigentlich
Handel?
Vereinfacht ausgedrückt: ich kaufe etwas und gebe es gegen Entgelt jemandem anderen. Wenn ich dann für die Ware
einen höheren Wert erhalte als ich für diese Ware bezahlt habe, war es für mich sogar ein erfolgreicher Handel.
Gelingt ja auch nicht immer.

Danach müssen wir uns die Frage stellen: was ist ein Monopol?
Das lässt fast noch einfacher erklären: ich darf etwas, das sonst niemand darf. Wer gegen dieses Monopol verstoßen sollte, bekommt eins auf die Finger.
Wenn wir uns jetzt klar machen, dass jeder kleine Greißler – also jeder Tante-Emma-Laden – Handel treibt, dann wird klar, dass die Mehandor kein allgemeines Handelsmonopol haben. Es gar nicht haben können. So viele Springer, um den gesamten Handel im Ark’Tussan am Laufen zu halten, gibt es einfach nicht.
Zumal sie ja angeblich gar nicht auf Planeten wohnen wollen – dazu später mehr.
Jedenfalls, wenn ein Buchhalter, Lagerarbeiter oder auch ein Staatsdiener seine Beamtenforelle (in voco vulgaris für Knackwurst stehend) mit einem Stück Brot oder sein Leberkässemmerl zum Gabelfrühstück nicht bekommt, läuft auf diesem Planeten bald gar nichts mehr.

Also können wir das allgemeine Handelsmonopol streichen. Die Nahversorgung der breiten Bevölkerung wird wohl der
lokalen Kaufmannschaft eines Planeten überlassen bleiben.
Aber wie sieht es mit dem Handel zwischen den verschiedenen Planeten aus? Hier wäre ein solches Monopol tatsächlich vorstellbar.
Allerdings müssen wir uns überlegen, was da wohl vorwiegend gehandelt werden wird.
Das durchschnittliche Springerschiff ist 400 Meter lang und hat einen Durchmesser von 80 Metern. An Bord sind laut Perrypedia etwa 600 Personen, allerdings nehme ich jetzt einmal stark an, diese Anzahl ist mit Frauen, Jugendlichen und Kindern gerechnet. Irgendwo müssen die ja auch sein, selbst wenn sie in
den Romanen kaum bis gar nicht erwähnt werden. Ich kann mich bis Band 400 (soweit habe ich die Serie gelesen) eigentlich nur an eine Frau aus einer Springersippe erinnern. Kuri Onere auf Volat. An ein Kind gar nicht.
Irre ich mich?
Ist mir etwas entgangen?
Oder schlägt bei mir etwa schon Alzheimer zu? Hoffentlich nicht.
Auch auf das Thema Frauen und Kinder möchte ich später noch einmal zurück kommen.

Bleiben wir vorerst noch beim Handel. Und bei der 400 Meter langen Walze, welche die Springer ihr Zuhause nennen.
Das ergibt Pi mal Daumen zwei Millionen Kubikmeter. Klingt erst mal viel, ist es aber nicht wirklich, wenn es um
das Ladevolumen geht. Wenn man notwendige Platzfresser wie Antrieb, Systeme zur Lebenserhaltung, Lebensraum für die Bewohner,
Waffenkammer, Geschütze und ähnliches weg rechnet, ist der Raum für die Handelsware doch eher begrenzt. Auch wenn die
Kabinen der Besatzung sicher so klein wie nur irgendwie möglich gehalten werden. Meiner Meinung nach wird ein Springer daher
eher selten Gemüse geladen haben, besonders weil die meisten Planeten zumindest was die Grundversorgung an den zum
Leben notwendigen Gütern ziemlich autark sein dürften.

Und die Minensiedlung auf Vau’Ukum XIII wird seine Energiezellen, Luft und Nahrungsmittel sicher nicht bei Springern bestellen müssen, für den nötigen Nachschub sorgt Arkon schon selber. Immerhin benötigen die Werften auf der Kriegswelt ständigen Nachschub an Rohstoffen – und ich glaube, da setzt
das Imperium schon noch eigene Transportschiffe ein.
Oder die Verwaltung des Ark’Tussan mietet große Schiffe an, welche die Routen regelmäßig fliegen. Das wäre aber auch nicht wirklich Handel treiben.
ür braucht das Imperium die Springer? Womit handeln sie denn wirklich? Ich denke einmal – mit Luxuswaren.
Gefärbtes Zuckerwasser um € 1,– der viertel Liter lohnt sich sicher nicht. Eine Flasche Wein von He‘Urigen um € 1.000,– für
eine sieben Zehntel-Flasche schon eher. Baumwolltuche bringen im allgemeinen eher wenig Gewinn – aber Spinnenseide von Arch‘Nid, die so dünn ist, dass man
denkt, man habe nur einen Hauch Farbe auf der Haut, bringt schon mehr Geld.
Aber Vorsicht. Wenn voriges Jahr rote Seide modern war und man dieses Jahr die gleiche Farbe bringt, bleibt man vielleicht auf der Ware sitzen, weil alle nur noch blau wollen.
Was ich damit sagen will, die Ware wird eher wenig Platz beanspruchen, aber dafür wertvoll sein. Was jetzt natürlich die Frage aufwirft – wie ist es mit
Maschinenteilen und ganzen Industrieanlagen? Dürfen andere damit Handel treiben oder muss der Kunde per Hyperfunk eine Springersippe mit Großraumschiff anrufen und das Gerät dort bestellen? Oder wendet er sich mit dem Anruf an einen der wenigen Springerplaneten?

Wie ist das eigentlich überhaupt?
Also, wenn jetzt Birne ein neues Helene mit holografischem Display und augengesteuerter Maus auf den Markt bringt, muss Planet Hinterpfuiteufel am Sonnensturm so lange auf die Geräte warten, bis eine der Sippen die neuen Geräte bemerkt, einen Posten kauft und rein zufällig dort vorbei kommt?
Oder kann man die Springer auch als Frächter buchen?

Wie kommt dann der Kontakt zustande?
Nun, eine Möglichkeit wäre natürlich die Zentralbank der Springer auf Archetz, die dann auch als Dispatcher fungiert – ähnlich wie bei einer Taxizentrale.
Kann so etwas funktionieren?
Nun ja, könnte es natürlich. In diesem speziellen Fall wären die Springer allerdings eher Frächter als Händler, aber wir wollen das nicht ganz so eng sehen. Geschäft ist Geschäft und Pecunia non olet. Geld stinkt nicht. Und das Geld muss man immer berücksichtigen.
Wir erinnern uns?
Es sind 600 Leute an Bord eines Handelsschiffes. Sie alle benötigen Kleidung, Verpflegung, Luft, ein wenig Taschengeld zum amüsieren, eine Menge  Bartpflegemittel für die eitlen Männer, Rasiercreme für die Damen, da kommt schon einiges zusammen. Dazu noch die Wartung des Schiffes, Reparaturen,
auch das ist alles nicht umsonst.

Lohnt sich also ein Handelsmonopol?
Lohnt sich interstellarer Handel überhaupt?
Nun, ja – er lohnt sich schon. Es gibt immer auf dem einen Planeten etwas im Überfluss, sodass es billig ist, das dann drei Systeme weiter ziemlich selten und begehrt ist und daher viel Kohle einbringt. Natürlich ist immer ein gewisses Risiko dabei, aber wahrscheinlich tauschen Springer grundlegende Informationen
über die Märkte in einem Quadranten aus. Manus manum lavat – eine Hand wäscht die andere.
Jeder für sich alleine gegen den Rest der Galaxis funktioniert nicht wirklich, auch nicht bei den Springern. Wenn fünf Schiffe gleichzeitig Traumbeerextrakt auf dem gleichen Planeten anbieten, macht keiner von ihnen gute Geschäfte. Aber auch wenn sich die Schiffe koordinieren, bringt eine
Schiffsfracht genug Gewinn für 600 Personen? Ja, also wenn man genügend verschiedene Transporte durchführen kann, wahrscheinlich schon. Lange Strecken oder Liegezeiten können da allerdings schon ganz schön schnell ziemlich ruinös für eine Sippe werden.
Oder die Ware extrem verteuern.

Man denke hier nur an die niederländische Ostindien- Gesellschaft. Gewürze waren im 2i. und 18. Jahrhundert extrem teuer und nur für die Reichsten der Reichen erschwinglich, und de eeervolle Koopman hat damit einen schönen Gewinn gemacht.
Müssen wir uns die Springer so vorstellen? Als eine Art Ostindiengesellschaft, ständig auf der Suche
nach neuen Gewürzinseln? Oder doch eher wie die Hanse? Kann das funktionieren?
Bei der Hanse hat es funktioniert, und da gab es kein Monopol.
Können die Springer ihr Monopol aber auch durchsetzen? Solange der Imperator oder später der Robotregent nichts dagegen unternehmen, wahrscheinlich schon. Zumindest innerhalb des Ark’Tussan.
Außerhalb? Na ja, wer hat die bessere Bewaffnung. Rule, armed Merchant, rule the Space!
Jetzt erinnern die Springer doch wieder eher an die verschiedenen East India Gesellschaften, mitsamt dem eigenen Militär. Nur zum Schutz der Kaufleute, natürlich. Wer behauptet denn etwas anderes?

Hat das damals funktioniert?
Temporär ja. Bei den Briten bis ins 20. Jahrhundert.
Könnte es denn auch bei den Springern funktionieren?
Solange sie nicht auf ‚Inder‘ oder ‚Chinesen‘ stoßen, die vorher ein schlagkräftiges Schlachtschiff in die Finger bekommen haben, das die kleinen bewaffneten Handelsschiffe platt machen kann und dazu noch Hilfe von unerwarteter Seite bekommt – ja, kann es.
Aber auch wieder – eine temporäre Sache.

Achtung. Dies ist eine Werbeeinschaltung in eigener Sache: Es gibt sowohl FF.de (FanFiction) als auch auf World of Cosmos
(WoC) einige von mir geschriebene Kapitel über eine Tochter von Perry Rhodan und Thora, welche den Beginn des Perryversums aufmischt
und stark verändert. Unter anderem auch einige Springer. Auf WoC seit voriger Ausgabe sogar illustriert. Gratis und frei, allerdings nicht
auf Papier. Ende der persönlichen Werbung!

Wenden wir uns jetzt der zweiten Frage zu. Kann man von der Geburt bis zum Tod in einem Raumschiff
leben? Ja, klar, kann man.
Kann man von der Geburt bis zum Tod in einem Raumschiff leben? Kommt darauf an.
Also, möglicherweise schon – wenn einige Bedingungen erfüllt werden. Und klammern wir dabei einmal einen frühen Tod aus.
Ein Mensch – oder Springer – braucht so einiges, nur um überleben zu können.
Zum Beispiel Sauerstoff. Am Tag 2.500 Liter. Also, ein durchschnittlicher irdischer Mensch an einem durchschnittlichen Tag
mit 24 irdischen Stunden. Ohne große körperliche Anstrengung – die aber wohl auch manchmal stattfinden wird. 600 Personen verbrauchen
also runde 1,500.000 Liter reinen Sauerstoff pro Tag. Anderthalb Millionen.
Ein Handelsschiff der Springer hat ein Volumen von rund 2 Millionen Kubikmeter (das Schiff als glatter Zylinder ohne die Rundungen am Bug und Heck gerechnet), das sind das 2.000 Millionen (oder 2 Milliarden) Liter.
Klingt nach viel, oder? Na ja.
Leider enthält Luft ‚nur‘ etwa 21% Sauerstoff.
Und nur noch 17% beim ausatmen. 550 Liter Kohlendioxid atmet der durchschnittliche Mensch am Tag aus. Wieder ohne Anstrengung,
aber es wird wohl einiges geben, wo auch Springer aus der Puste kommen.

Das Fitnesscenter etwa.
Also, wie wir es auch rechnen, der Luftvorrat reicht nicht für sehr lange. Irgendwie muss der Konstrukteur eines Raumschiffs dafür sorgen, dass der Kohlenstoff aus der Luft verschwindet und den Sauerstoff wieder in die Lüftung bringen.
Nun, eine Schätzung besagt, dass ein hundert Jahre alter Baum für 50 Menschen ausreicht – wenn es an Bord sonst keinen Sauerstoffverbrauch gibt. Also bräuchte man – Moment – 600 dividiert durch 50 – was? Nur 12 Bäume? Weniger, weil man diese Bäume mit Wiesen umgeben kann, und nur etwas über 5 Quadratmeter reichen für eine Person aus. Also, wozu Technik? Bäume, Tageslichtlampen – die sind auch gut für die
Menschen bzw. Springer.
Wegen dem Vitamin D, ohne dieses gibt es weiche Knochen. Also, Problem gelöst.
Oder doch nicht?

Diese Sache mit den Bäumen zeigt jetzt noch ein anderes Problem auf.
H2O. Wasser.
Der Mensch benötigt zum Trinken etwa zwei bis drei Liter am Tag, mit Kochen und ähnlichem summiert sich das auf rund 5 Liter.
Natürlich pro Tag und Nase gezählt. Mal 600 Personen sind 3.000 Liter. Ein Baum braucht um die 250 Liter am Tag – das merkt man gar nicht,
wenn man durch den Wald geht, oder? Trotzdem braucht ein alter Baum so viel, um dann Sauerstoff erzeugen zu können. Bei 10 Bäumen sind das 2.500 Liter – plus das Trinkwasser ergibt 5.500 Liter. Pro Tag! Da sind die Wiesen rundherum noch nicht eingerechnet.
Und dann noch der Platz, den die Äste, der Stamm und die Wurzeln der Bäume verbrauchen. Wieder ein Teil des Lagerraumes weniger.
Vielleicht wären da Tanks mit Algen noch besser zur Photosynthese, man erspart sich das für Springer nutzlose Holz und essen kann man sie später auch noch.
Nimmt zwar deutlich weniger Platz weg, verschärft aber das Wasserproblem noch mehr.

Und so Kleinigkeiten wie Duschen und Klospülung sind bei dieser Kalkulation noch gar nicht berücksichtigt.
Wenn man bedenkt, bei uns in Europa spült jeder Mensch im Durchschnitt 33 Liter bestes Trinkwasser im wahrsten Sinn des Wortes im Klo hinunter. 33 Liter! Duschen oder Baden benötigt noch mehr Wasser!
Also, spätestens jetzt ist klar, dass es nicht wie bei einem Kreuzfahrtschiff auf unseren Ozeanen funktionieren kann.
Obwohl – man stelle sich das Bild einmal vor: ein Schiff landet, ein Schlauch mit einem gewaltigen Durchmesser zum Leerpumpen der Gülletanks wird angeschlossen, ein anderer zum Auffüllen des Wassers…
Nein – ich denke, da wäre schon so eine Art Recycling-System wesentlich effizienter. Das funktioniert bei Mutter Natur ja auch wunderbar – nur haben die Springer halt nicht die Zeit und den Platz, welche Wasser benötigt, um ganz natürlich gereinigt zu werden. Also wird an Bord wohl mit hohem Wasserdruck und so etwas ähnlichem wie einem Keramikfilter gearbeitet werden müssen.
Obwohl – ein Saugschlauch für Notfälle wird wohl schon vorhanden sein. Über einem See schweben, einen Schnorchel hinab lassen und hochpumpen.
Natürlich ebenfalls über eine Filteranlage – über eine, welche auch gegen Mikroben hilft. Wer weiß schon, was da im Wasser so alles herum schwimmt.
Wenn ich schon auf diese Idee mit dem Schnorchel komme, wird sicher irgendwann einem Springer das wohl auch eingefallen sein.

Fassen wir zusammen. Mit genügend Energie und der richtigen Technik kann ein solcher Handelsraumer mit der genannten Besatzung schon einige Zeit unterwegs sein. Natürlich nicht ewig, aber doch eine ziemlich lange Zeit. Falls die eingelagerte Nahrung reicht. Aber die Arkoniden haben ja diesen fabelhaften synthetischen Nährbrei, der soll eine richtige Delikatesse sein.
Alle Fragen somit klar?
Nein! Natürlich nicht!

Die Genetik zum Beispiel ist noch offen. Also, wenn sich Männer zu Männern hingezogen fühlen oder Frauen zu Frauen, wenn sich Frauen als Männer fühlen und Männer als Frauen und ihren Körper und ihre Sexualität den Gefühlen angleichen wollen, dann kann ich das akzeptieren. Nicht verstehen, denn ich bin
kein Betroffener und kann das also emotional gar nicht nachvollziehen. Sorry.
Ich wünsche aber all jenen, die mit diesem Umstand leben müssen, dass sie auch ihr Stück vom Glück finden und ein erfülltes Leben führen können.
Warum ich das erwähne? Nun – ich möchte nicht missverstanden werden, wenn ich zur nächsten Frage komme.
Die ‚lemuriden‘ Lebensformen – also Terraner, Arkoniden, Springer, Aras, Akonen usw. verfügen über zwei Möglichkeiten zur Fortpflanzung. Entweder wird der Nachwuchs aus einer einzelnen Spenderzelle geklont – oder man benötigt sowohl eine Oozyte als auch ein Spermatozoon. Also ein Ei und ein Spermium.
Auch da gibt es dann wieder zwei Möglichkeiten, nämlich entweder im Labor in Vitro oder zwischen Seufzern des Glücks in Utero. Welche Möglichkeit man da vorzieht, ist hier Nebensache. Das Problem ist die Genetik.
Also, die meisten Springer leben in den bekannten und weit verbreiteten 400 Meter-Schiffen. Wir erinnern uns – 600 Personen per Schiff. Davon müssen wir jetzt noch die Kinder abziehen – und natürlich jene Personen, welche ihre reproduktive Phase bereits hinter sich haben. Also – die übrig gebliebene Anzahl an Leuten ist für einen gesunden Genpool eindeutig zu wenig.
Vor allem für etwa 10.000 Jahre Geschichte.

Wir müssen also davon ausgehen, dass regelmäßig junge Frauen das Schiff, in dem sie geboren wurden, verlassen und auf ein anderes ziehen – wenn sie nicht gleich die Sippe wechseln, um dort den Genpool zu vergrößern.
Warum junge Frauen? Weil die Springer nun einmal ein extrem patriarchaler Haufen sind. Tut mir leid, ist aber nun einmal so.

In meiner Story – Achtung, schon wieder Eigenwerbung – finden regelmäßig ‚Heiratsmärkte‘ statt – und auf Archetz sind die Genealogien aller Springer  gespeichert, damit man vor einer Ehe nachsehen kann. Einfach um Inzucht möglichst zu vermeiden.
Diese Heiratsmärkte setzen jetzt natürlich voraus, dass die Springer so etwas wie eine Ehe kennen.
Also, ich bin von Kindheit an auf Monogamie konditioniert, und ich habe ein Problem, mir das Leben in einer Partnerschaft in einer andere, einer polyamoren Form vorzustellen.
Die Formen der Ehe selbst kann ich mir allerdings schon vorstellen. Zum Beispiel könnten theoretisch alle Personen auf einem Schiff verheiratet sein, und der biologische Vater wird nach der Geburt mittels Gentest festgestellt. Wegen der genetischen Linie und der Inzucht, ansonsten betrachtet man die Vaterschaft als unwichtige Nebensache, die Kinder werden von der ganzen Besatzung erzogen. Vielleicht. Möglicherweise regelt das ja auch jede Sippe selber.
Nachdem die großen vier Autoren, welche Perry Rhodan erfunden hatten, die Frauen etwas stiefmütterlich behandelt haben, kann man über Eheformen im Ark’Tussan nur spekulieren. Aber es ist wahrscheinlich, dass sie – als Kinder ihrer Zeit – in erster Linie an Monogamie dachten. Wie ich auch – bis ich mit diesem Artikel hier angefangen habe.

Nächste Frage. Sind wirklich alle Springer hinterhältige Betrüger?
Sie werden oft so geschildert. Und ich glaube, dass dieses Vorteil so nicht stimmt. Nicht stimmen kann. Wenn ein Händler im Geschäft bleiben will, muss er vor allem verlässlich sein. Betrug bringt vielleicht einen schnellen großen Gewinn, aber auf Dauer eher Verluste. Zu viele Unregelmäßigkeiten könnten sogar das Monopol in Frage stellen, denn Unruhen kann das Ark’Tussan gar nicht brauchen. Und wenn unehrliche Händler die Ursache sind, wird man gegen diese vorgehen. Ergo wird eine Unterschrift unter einen Vertrag für einen Springer etwas beinahe heiliges sein.
Natürlich wird er versuchen, in der Verhandlung möglichst viele Vorteile herauszuschinden, aber wenn ein Vertrag unterschrieben ist, dann hält er auch.
So weit, so der Kanon.
Ich gehe noch einen Schritt weiter. Ich würde sagen, dass Springer prinzipiell die Wahrheit sagen. Natürlich sind sie Schlitzohren, die versuchen, so billig wie
möglich zu kaufen und möglichst teuer zu verkaufen. Das ist ja der Sinn des Handels. Und man sollte genau hinhören, was er nicht sagt. Aber ich glaube nicht, dass sie ‚alternative Wahrheiten‘ benützen. Wenn ein Springer sagt, der Wagen hat vier Räder, dann muss ich nicht nachzählen.
Aber vielleicht sollte ich ihn auch nach der Dimension und dem Zustand der Räder fragen.
Und ob diese Aussage für alle vier Räder gilt.

Ich glaube, ein Mann könnte einem Springer bedenkenlos seine Brieftasche, seine Wohnung und seine Ehefrau anvertrauen, und er würde sich an nichts davon vergreifen. Außer natürlich, im Vertrag steht etwas anderes…
Diese Ehrlichkeit ist ganz einfach eine Frage der Vernunft, denn wie schon erwähnt, möchte das Imperium Ruhe und Ordnung. Wenn bei den Gerichten dauernd Klagen über gebrochene Verträgen eintreffen, wird der Imperator eines Tages den Unruheherd entfernen. Und ‚ehrliche‘ Springer werden sich an der Jagd beteiligen, denn sie sind ja an weiteren Geschäften interessiert.
Was natürlich nicht bedeutet, dass sie Welten außerhalb des Imperiums nicht ganz brutal ausbeuten. Auch dann, wenn die Welt innerhalb der Grenzen des Ark’Tussan liegen, aber vom Imperium nicht erforscht ist. Die meistens auf einer niedrigen Technologiestufe lebenden
Wesen dieser nicht zu Arkon gehörenden Welten können eben kein imperiales Gericht anrufen.
Ein Freifahrtschein für die Springersippe, die sich einen solchen Planeten unter den Nagel reißen konnte.

Und Pech für dessen Bewohner, denn die Springer pflegen solche Leute zu versklaven und für sich arbeiten zu lassen. Man fragt sich zwar, wozu es Roboter gibt – aber vielleicht sind Sklaven doch billiger als die Abnützung der Maschinen? Auch ohne Versklavung wäre das Schicksal der Bewohner nicht sehr lustig. Ich fürchte, dass die Springer alles, das irgendwie von Wert ist, abtransportieren und dabei die Umwelt völlig zerstören würden.

Gibt es jetzt wirklich jemanden, der das nicht glaubt? Wir müssen uns nur unseren eigenen Planeten ansehen – und wir brauchen dazu nicht einmal irgendwelche Aliens. Wir schaffen das ganz von allein.
Aber wir wollen hier ja über die Springer reden. Sind also die galaktischen Händler ehrlich? Ich glaube schon – zumindest was die Einhaltung von Verträgen angeht. Und sie sagen auch immer die Wahrheit – und zwar sagen sie diese wortwörtlich.
Und genau da liegt aber das Problem. Wie kann man jemand einer Lüge überführen, der nicht lügt, sondern nur etwas nicht sagt? Also, man muss selber schon ein wenig gewieft sein, um hinter die Tricks zu kommen, aber dann kann man auch mit Springern sehr gute Geschäfte machen.
Oder man macht sich einen Patriarchen irgendwie zum Freund. Ich schätze, das wird nicht einfach, aber durchaus möglich sein.

Das Nächste betrifft nicht nur Springer, sondern eigentlich alle humanoiden Personen, die auf einem Raumschiff unterwegs sind – mit Ausnahme der Besatzungen von terranischen Kriegsschiffen – und USO-Personal. Sie alle werden als schmuddelig und schmutzig beschrieben.
„Zuerst ein Bad und ordentlich schrubben…“
„Erst einmal das Schiff desinfizieren…“
„Ich musste mich umdrehen, weil der Händler so stank…“
Oder Atlans Reaktion auf den Arzt der FRANCIS DRAKE: „Das Individuum packte schmutzstarrende chirurgische Instrumente aus…“
Ein wenig wird da wohl schon dran sein. Wie oben erwähnt, dürfte Wasser auf Handelsschiffen ein rares Gut sein, das man manchmal rationieren muss. Und man kann zwar ohne Wasser recht gut alles mögliche sterilisieren und keimfrei machen, man kann mit Druckluft einigen Schmutz von einer Oberfläche – auch von der Haut -entfernen, aber eine Schall- Ultra- Infra- oder sonst irgendwas Schalldusche ersetzt wahrscheinlich keine echte Dusche mit Wasser.
Abgesehen davon frage ich mich, ob es wirklich gesund ist, den Schädelknochen in Schwingung zu versetzen. Zumindest Kopfschmerzen würden da kaum ausbleiben, vielleicht auch langfristige Schäden. In meiner FanFiction-Story beschwert sich ein Springer, dass die Strahlenduschen der Aras seine
Barthaare dünner werden lassen. Seine Haupthaare zwar auch, aber das stört ihn nicht so sehr.
Ich weiß auch ganz ehrlich gesagt nicht, wie solche energetischen Duschen ohne Wasser funktionieren sollen, aber hey – es ist Science Fiction. Obwohl ich schon versuche, hier das Science ein wenig in den Vordergrund zu stellen.
Zumindest ein wenig.

Warum Terraner auf ihren Kriegsschiffen so viel Wasser zur Verfügung haben, dass alles blitzblank ist, jeder sauber und proper daher kommt und es keine üblen Gerüche gibt, kann ich jetzt nicht sicher sagen. Aber wahrscheinlich kann sich die Solare Flotte einfach bessere Recycling-Systeme leisten als so ein kleiner Händler, der mit jedem Soli knausern muss. Die Solare Flotte muss ja nicht kommerziell gewinnbringend sein, daher – das Beste ist für das Militär gerade gut
genug…
Und was die üblen Gerüche angeht – bekanntlich gewöhnt sich die Nase ganz schnell daran und nimmt sie nicht mehr wahr. Es ist halt immer ein Abwägen von Prioritäten – und trinken ist eben wichtiger als angenehmes duschen. Da müssen dann andere Lösungen zur Säuberung her, bei denen die Person dann vielleicht nicht so toll aussieht, obwohl sie keimfrei ist.
Auch Springer wollen sich ja keine Krankheiten einfangen.

Kommen wir zum Fazit dieses kleinen Artikels: Alles in allem halte ich die Springer für ein durchaus gelungenes Volk, sehr menschlich – im Guten wie im Bösen. Wenn auch gewisse Fragen offen bleiben, ein wenig Phantasie muss man als Leser schon aufbringen.
Nur was die Handelsschiffe angeht – da bleibe ich dabei, dass sie in einigen Details schlecht konstruiert sind.