2.

Kennt Ihr das? Man denkt, man hat es geschafft? Und dann kommt die Realität mit dem Gewicht der RÄCHER, Vaders Kommandoschiff, und fährt einem an die Stirn? Genau das passierte mir.

Ihr erinnert euch, Flucht vom Todesstern, der gerade am Explodieren war, mit zweitausend freigelassenen Wookiees und jedem Imperialen, der bereit war, uns auf unsere Evakuierungsfrachter zu folgen? Ja, ich weiß, Platz für zweitausend Personen pro Transporter, dreitausend, wenn keine sperrige Fracht mitgenommen wird wie Speeder oder AT-ST. Warum so viel Platz? Weil es Wookiees sind! Man hat damit gerechnet, dass sie sich, kaum an Bord, nach Sippen sortieren und dann ihr angenommenes Revier verteidigen. Konnte ja keiner ahnen, dass ich mit Chaghuan einen von ihnen in meiner Truppe habe, der den pelzigen Kerlen klargemacht hat, dass man in der Fremde nicht einem Clan angehört, sondern dem ganzen Volk der Wookiees. Den Platz, den wir also nicht brauchten, haben dann die Imperialen eingenommen, die wir aufgesammelt haben. Viele waren es nicht am Ende. Jedenfalls gelang uns, als die Rebellen wie auch immer den Reaktorkern hochgejagt hatten, in fast der letzten Sekunde die Flucht, mein Frachter stieß beinahe noch mit Vaders persönlicher Fähre zusammen, auf der diese Adjutantin war, diese Kyle, oder so, und kurz bevor uns die Druckwelle zermatschen konnte, gingen unsere beiden Transporter in den Sprung durch die Lichtmauer. Das Letzte, was ich mitbekam, war ein Ortungssignal von zwei X-Wings und einem corellianischen Kurierfrachter, einem kleinen, fiesen Ding mit empfindlicher Bewaffnung.
Soweit so gut. Ihr wollt wissen, wann die RÄCHER mich rammt? Meint ihr, ich bin zurückgekehrt, um nach Lord Vader zu suchen? Mit zweitausend Wookiees an Bord, die nach Hause wollten? Also ehrlich. Nein. Das nicht.

Lasst mich das in Ruhe erzählen. Also, ich wachte etwa nach zwei Stunden leidlich erholt aus meinem komatösen Schlaf wieder auf, erkannte, wo ich war und staunte darüber, bis hierhin überlebt zu haben.

Beide Frachter kamen eine halbe Stunde später aus dem Sprung, und das erste, was ich tun musste, war einen anderen Captain, der es in letzter Sekunde an Bord geschafft hatte, mit vorgehaltener Waffe klarzumachen, dass erstens ICH das Kommando über beide Frachter hatte, und zweitens die Wookiees keine Gefangenen waren, sondern Freigelassene, die ICH gemäß meiner Befehle zurück nach Kashyyyk bringen würde. Nachdem der Mann die falsche Seite meines Blasters gesehen hatte, unterstützt vom Anblick von rund fünfzig wütenden gigantischen Wollehaufen, welche die Zähne fletschten und mich beinahe schon händeringend darum baten, sich um „den da“ kümmern zu dürfen, wurde er doch noch ganz einsichtig.
Chaghuan, der kurz zu uns raus kam, hatte sogar eine richtig gute Idee. Er rief zwei Wookiee-Frauen, mit denen er persönlich bekannt war – fragt mich nicht, wie weit diese Bekanntschaft letztendlich ging – und befahl ihnen: „Guär gra ro proak.“ Übersetzt bedeutete das etwa wie: „Betreibt Brutpflege.“ Und glaubt mir, es gibt nur wenig Beeindruckenderes als zwei zwei Meter zehn und zwölf große Wookiee-Frauen, die sich um einen erwachsenen, aber lediglich eins fünfundsechzig großen imperialen Offizier kümmerten, als wäre er ihr Baby. Ihn schüchterte das ganz schön ein, und solange er beschäftigt war, sorgte er auch nicht für Unruhe.

Dann rief Chaghuan mich ins Cockpit.Dort saß Ensign Streamrider am Funk und betrachtete Hulbur etwas bleich im Gesicht. Dabei schwatzte der Wookiee wirklich ganz ausgelassen mit ihm, wenngleich er einige derbe Scherze machte, die dem armen Burschen die Schamesröte in die Ohren trieb.

Als ich eintrat, schien der Ensign das zu spüren, denn er fuhr sofort zu mir herum. „SIR! Es tut mir unendlich leid, dass ich mich so störrisch verhalten habe! Sie haben uns alle gerettet, vor allem meine Crew und ich! Ich kann mir meine Fehlleistung nur durch meine geringe Erfahrung erklären! Seien Sie versichert, dass ich mich unter Ihr Kommando stelle und sehr folgsam sein werde! Ich versuche, mich nützlich zu machen und Kontakt zum nächsten imperialen Stützpunkt zu bekommen!“

Das war mir gar nicht recht, denn eigentlich wollte ich erst wieder Kontakt zum Imperium aufnehmen, nachdem ich die Wookiees nach Hause gebracht hatte. Vor allem wollte ich das, weil Wookiees wirklich, wirklich unangenehm werden konnten, wenn sie sich übervorteilt fühlten. Aber eben auch weil ich der Meinung war, dass sie genug ausgebeutet worden waren und ein Recht darauf hatten, ihre Heimat wiederzusehen.

„Ich nehme sowohl Ihre Entschuldigung als auch Ihre Unterordnung an, Streamrider“, sagte ich mit ruhiger Stimme.

Erleichtert sah der junge Mann mich an. „Danke, Sir! Befehle?“

„Wir befinden uns, wenn ich mich nicht irre, im Mmalum-System, das keine Planeten hat und wegen seiner roten Riesensonne lediglich der Navigation dient, richtig?“

„Gaar!“, machte Hulbur.

„Gut. Unser nächster Sprung ist nach Gewwen. Dort gibt es zwar keine imperiale Garnison, aber wir können von dort Funkkontakt nach Gravil bekommen. Versuchen Sie da, einen Kontakt zu etablieren. Verstanden?“

„Ja, Sir!“, rief der Ensign hocherfreut.

Ich sah zum Piloten herüber. „Hulbur, wie lange bis zum nächsten Sprung?“

„Hwääär.“

„Wenn es geht, mach es früher als sechs Stunden, und sag das auch unserem Schwesterschiff. Wir lasten das Lebenserhaltungssystem zwar nicht einmal zur Hälfte aus, aber wir haben je eintausend Wookiees an Bord und nur sehr wenig zu essen dabei.“

„Gwoor.“

„Natürlich ist das ein gutes Argument, Und du, Chaghuan, sagst deinen Leuten bitte, dass sie so viel wie möglich schlafen sollen. Wer schläft, isst nichts.“

„Hrwrää gaar?“

„Ja, und er prügelt sich auch nicht. Hast du gut erkannt. Den Teil verschweige aber besser. Streamrider, funken Sie mal unseren Begleiter an.“

„Ja, Sir. Fähre Topaz Topaz einunddreißig an Fähre Topaz Topaz zweiunddreißig.“

„Hier Fähre zweiunddreißig. Was gibt es?“

„Der Alte will Sie sprechen.“

„Ich hole Leutnant Riies ans Rohr.“

Es dauerte einen Moment, dann hörte ich die Stimme meines Stellvertreters. „Riies hier, Sir.“

„Machen Sie die Kamera an“, befahl ich. Das Cockpit des baugleichen Schwesternschiff erschien. Dort waren keine Wookiees auf den Pilotensitzen zu sehen. „Schön, Sie zu sehen, Riies“, sagte ich. „Ich gehe davon aus, dass Ihre Piloten kooperiert haben?“

Streamrider errötete erneut, diesmal nicht aus Scham. Oder, vielleicht doch.

„Ja, wir hatten keine Probleme. Leutnant Vortora hat die Zeichen der Zeit voll erkannt und wäre auch schon früher gestartet, hat aber befürchtet, dass die Traktorstrahler das verhindern würden.“

„Wie schön. Hören Sie, Riies, wie ist die Lage an Bord?“

„Ruhig. Jetzt, meine ich. Während des Sprungs haben sich ein paar von denen daneben benommen, die wir vom Todesstern gerettet haben, weil sie meinten, die Wookiees seien Gefangene oder Sklaven. Ich lasse sie gerade unter Aufsicht eintausend Liegestütze machen. Eine für jeden Wookiee. Das hat ihnen gefallen.“

„Das ist in meinem Sinne. Die Wookiees sind die große Mehrheit an Bord, aber uns wohlgesonnen. Es gibt absolut keinen Grund, mit ihnen Streit vom Zaun zu brechen. Verstanden, Riies?“

„Verstanden, Sir. Bei Ihnen auch alles soweit in Ordnung? Beim Start schien es, als wolle Ihnen ein Shuttle vor den Bug fliegen.“

„Hulbur hat das im Griff gehabt und ist rechtzeitig ausgewichen. Ansonsten ist es ruhig an Bord. Ich denke, das wird es auch bleiben, solange etwas zu essen da ist.“

„Oh, das scheint unser wunder Punkt zu sein. Zusammen mit den Wookiees hätten auch Notrationen eingelagert werden sollen. Ich hab’s nachgerechnet. Wenn wir ohne Verzögerungen nach Rashyyyk durchkommen, sollte keiner hungrig werden. Aber bereits ein Tag Verzögerung, und uns geht das Essen aus.“

„Sollte es so weit kommen, besorgen wir uns etwas unterwegs. Sie kennen doch sicher einen schnuckligen Planeten auf unserem Kurs mit einem netten Restaurant, das zweitausend Wookiees versorgen kann?“, scherzte ich.

„Eventuell ja, Sir. Ich gehe den Sternenkatalog durch“, erwiderte er, und so wie er es sagte, war das keine witzig gemeinte Antwort von Riies. Alles in allem ein guter Mann.

„Tun Sie das, Riies. Und zögern Sie nicht, mich anzufunken, wenn irgend etwas los sein sollte.“

„Jawohl, Sir.“

Streamrider kappte auf mein Zeichen die Verbindung. Dann deutete ich auf ihn und Chaghuan. „Mitkommen, Ihr beiden. Wir inspizieren unsere Vorräte. Vielleicht haben wir mehr Glück als Riies und seine Leute.“

„Guäääär.“

„Ich habe nicht behauptet, dass Ihr verfressen seid, Chaghuan. Und jetzt kommt.“

***

Nach etwa zehn Stunden, die ich mit einer Inventur und einem weiteren Schläfchen überbrückt hatte, endete unser zweiter Sprung im Gewwen-System. Ich kam extra ins Cockpit. „Gut, gut“, murmelte ich vor mich hin, als Chaghuan, der Hulbur als Piloten abgelöst hatte, mit einem markanten „GÖÖÖR“ zu verstehen gab, dass der Sprung ohne Probleme verlaufen war.

„Streamrider, funken Sie nach Gravil rüber. Eventuell hören die uns“, befahl ich.

„Jawohl, Sir.“

Während der junge Nachwuchsoffizier seine ihm zugewiesene Aufgabe erfüllte, verließ ich das Cockpit wieder und führte eine grobe Inspektion aller drei Decks durch. Die meisten unserer Passagiere schliefen, Imperiale wie Wookiees. Einige wenige waren wach, aßen oder tranken eine Kleinigkeit oder unterhielten sich. Hier und da wurde auch illegales Glücksspiel betrieben, aber Wookiees blieben bei Wookiees und Imperiale bei Imperialen. Weil alle das Sprichtwort Glücksspiel und Wookiees betreffend kannte.

Während ich den renitenten Captain Surrec betrachtete, der inmitten der Wolle zweier Wookiee-Frauen eingeschlafen war und relativ glücklich zu sein schien, kam Streamrider mit hochrotem Kopf zu mir gelaufen. „KONTAKT, SIR!“

„Pschhhhhh“, machte ich, auf die schlafenden Leute zeigend. „Ist in Ordnung, ich komme. Aber seien Sie gefälligst rücksichtsvoller.“

„Ja, Sir, aber der Imperator …“, brachte er stockend hervor.

„Der Imperator was?“

„Der Imperator ist am Funk, Sir!“

„Sie verarschen mich.“

„Würde ich nie tun, Sir! Die Codes sind authentisch! Es muss der Imperator sein!“

Ich verspürte plötzlich das Gefühl, mich zu beeilen.

Wie ein Mynock im Sturzflug traf ich im Cockpit ein. Tatsächlich, vom Bildschirm des Funkgeräts sah mir Palpatine entgegen. Ausgerechnet der Imperator selbst. Ich straffte mich vor meiner eigenen Kamera und rief: „Sire!“

„Captain Hus, der Zögling von Vader, nicht?“

Ob ich ein Zögling war, wollte ich nicht bestätigen, aber wenn er von mir gehört hatte, dann über Lord Vader, zweifellos.

„Ja, Sire. Captain Jaava Hus.“

„Geben Sie mir einen Bericht darüber, was auf dem Todesstern passiert ist, soweit Sie es mitbekommen haben, Hus.“

Ich nickte. „Jawohl, Sire.“ Also erzählte ich ihm alles, was ich wusste, was ich beobachtet hatte, wobei ich die Warnung des Jedi-Geistes aber außen vor ließ und lieber von einer Vorahnung sprach.

Als ich geendet hatte, nickte er schwer. „Ja, das deckt sich mit den anderen Berichten, vor allem dem von Kilian.“

KILIAN! Nicht Kyle, Kilian hieß die Adjutantin Vaders. Ach ja.

„Was für eine Verschwendung von Ausrüstung, Material und Leben. Na, wenigstens Sie waren weise genug, um zu retten, was zu retten war. Was die zweitausend Wookiees in Ihrer Obhut angeht, Hus, so befehle ich Ihnen, nach Fondor zu springen und sie dort dem Werksdirektor zur Verfügung zu … Hus?“

„Sire, ich h… …ganz schlechte … -bindung plötzl… …wirklich schlecht … Hause bringen? Die Wook… ? Verst… Sire. …bindung reißt ab …“

Mit einer Handbewegung, die von der Kamera nicht erfasst werden konnte, befahl ich, die Verbindung zu unterbrechen. Der erstaunte Imperator, auf mich herabstarrend, verschwand vom Bildschirm.

Erleichtert atmete ich aus. „Das war knapp.“

„Sir, Sie haben den Imperator angelogen!“, sagte Streamrider mit aschfahlem Gesicht. „Den Imperator!“

„Und das ist mir wesentlich leichter gefallen, als zweitausend freigelassenen Wookiees erklären zu müssen, warum ich sie statt nach Hause auf einen imperialen Werftplaneten bringen muss. Können Sie sich vorstellen, was dann mit uns passiert wäre, Streamrider? Und ich könnte es ihnen nicht einmal wirklich übel nehmen!“

„Räh“, kommentierte Chaghuan.

„Sehen Sie, Ensign?“

„J-ja, Sir, vermutlich haben Sie Recht. Also was machen wir jetzt?“

„Wir folgen unserem letzten bekannten Befehl und bringen unsere Passagiere nach Kashyyyk. Danach melden wir uns wieder beim Oberkommando. Wieso habe ich überhaupt mit dem Imperator gesprochen?“

„Das ist, Sir, weil er alle Informationsquellen zu den Vorfällen im Yavin-System zu seiner direkten Verantwortung gemacht hat. Er befragt alle Überlebenden selbst.“
Kein Wunder, wenn eine Kampfmaschine zerstört wurde, welche die Ausmaße eines kleinen Mondes hatte. „Verstehe. Wir bewahren vorerst Funkstille, verstanden? Und vor allem möchte ich nicht, dass ich erneut den Imperator in der Leitung habe. Informieren Sie Riies auf der Zweiunddreißig auch darüber.“

„Jawohl, Sir.“

„Machen Sie sich keine Sorgen. Sie führen nur meine Befehle aus. Ihnen und den anderen kann keiner was. Wenn es jemanden erwischt, dann am ehesten mich“, beruhigte ich den Ensign.

„Ja, Sir“, antwortete der Jüngere gequält.

Mit diesen Worten wollte ich das Cockpit eigentlich verlassen. Dann aber sagte ich, vielleicht etwas zu nasal: „Chaghuan. Bräää Ensign guarrr.“

„Räh“, sagte er.

„Was haben Sie ihm gesagt, Sir?“

„Dass er Ihnen die Arme auskugeln soll, wenn Sie in Versuchung geraten, den Imperator erneut anzufunken“, sagte ich mit todernster Miene. „Sie verstehen, dass es für uns alle um Leben und Tod geht, oder?“

„Nein, Sir, ich meine, ja, Sir, ich habe das verstanden, und ich hatte gar nicht vor, den Imperator anzufunken! Ich will Ihnen ja nicht in den Rücken fallen!“

„Das können Sie jetzt auch nicht mehr“, sagte ich harscher, als ich gewollt hatte. „Sie haben mich schon einmal enttäuscht, als Sie den Befehl zum Abflug verweigert haben. Tun Sie das kein zweites Mal.“ Der junge Offizier wurde kreidebleich. „Selbstverständlich gibt es kein zweites Mal, Sir! Wirklich nicht!“

Er wirkte auf mich, als hätte er nicht nur verstanden, sondern auch akzeptiert. Manche Dinge, die Lord Vader praktizierte, konnten ungewöhnlich effektiv eingesetzt werden, wie ich fand. Aber immerhin musste ich keinen Offizier als warnendes Beispiel umbringen, um einen anderen zu warnen. „Das gilt natürlich für alle imperialen Besatzungsmitglieder an Bord. Wir hören den Funk ab, aber wir antworten nicht. Einzige Ausnahme ist es, Riies zu informieren.“

„Ich mache mich sofort dran“, versprach Streamrider. Zum Glück erschien das Gesicht des Imperators nicht wieder auf dem Bildschirm, als er das Gerät wieder aktivierte. Immerhin. Meine Pechsträhne musste ja mal zu Ende sein.

„Heniss“, sagte ich leise in den Raum der zweiten Etage, welche direkt beim Cockpit lag.

„Sir?“, fragte er verschlafen zurück.

„Kommen Sie kurz her.“

Der Junior-Offizier stemmte sich aus seinem augenscheinlich bequemen Sessel. „Sofort.“

Wir setzten uns in die vorderste, nicht besetzte Reihe. „Hulbur, du bitte auch.“

„Gäh?“, fragte der Wookiee, der ein wenig auf einem Datenpad gelesen hatte.

„Komm einfach. Chaghuan fliegt gerade, und du kannst ihm erzählen, was wir hier besprechen.“

Der riesige, fast schwarze Wookiee erhob sich aus seinem Sitz, drückte ein paarmal aufs Datenpad und legte es auf seinem Platz ab. Wortlos setzte er sich zu uns.

„Ich hatte gerade Funkkontakt mit dem Imperator.“

Leutnant Heniss nickte verständnisvoll. „Eine große Ehre, Sir. Moment, mit dem Imperator? UNSEREM Imperator?“

„Hrrr?“, machte Hulbur.

„Er nimmt sich jedes Berichts der Überlebenden des Yavin-Einsatzes persönlich an. Ich konnte ihn nicht darüber informieren, dass Ihr Wookiees freigelassen wurdet. Daher wollte er uns zu den Raumschiffswerken im Fondor-System umleiten.“

„Gärrrrr rebääää wriiiiim.“

„Nein, soweit sind wir nicht gekommen. Du darfst auch gerne bessere Lohnkonditionen aushandeln, wenn du willst und nach Fondor reisen. Aber ich persönlich habe nicht vor, zweitausend Wookiees erklären zu müssen, dass der Imperator sie umleiten will. Fast alle wollen nach Hause.“

„Räh“, machte Hulbur.

„Danke für die Zustimmung“, erwiderte ich etwas trocken und etwas ärgerlich. Ich hatte Hulbur für wesentlich klüger gehalten. „Jedenfalls habe ich dem Imperator vorgespielt, dass die Verbindung abbricht und ich nur noch verstanden habe, dass ich die Wookiees nach Hause bringen soll.“

Diese Worte lösten offenes Entsetzen bei Heniss aus, das übergroße Pelzknäuel hingegen lachte. Dazu schlug er mir anerkennend auf die Schulter. „Gowäää Imperator, rrrroooorrr, Hus, rrrroooorrr.“

„Na, danke für die Blumen. Jedenfalls können wir nicht mehr direkt nach Kashyyyk fliegen, sondern müssen mit dem nächsten Sprung einen Umweg fliegen. Ich werde die neue Route mit Chaghuan ausarbeiten und Riies übermitteln. Eine Zeitverzögerug von anderthalb, maximal zwei Tagen. Unser Problem ist nun, dass das Wasser nicht so lange reichen wird. Die Wiederaufbereitungsanlage ist schon etwas altersschwach und arbeitet nicht mehr. Wir könnten unser eigenes Urin trinken, das geht für ein paar Tage, aber …“

Hulbur verzog angewidert das Gesicht. Heniss hingegen sagte tonlos: „Wie wir es in der Ausbildung gelernt haben, Sir.“

„Hrwiiiiä roooor?“

„Genau, es gibt eine Alternative. Wir können neues Wasser aufnehmen. Dazu müssen wir nur zur Karan-Werft, ein kleines Privatprojekt. Dort gibt es zwar eine imperiale Bank, aber ich möchte den Imperator nicht mit der Nase drauf stoßen, wo wir gerade sind, indem ich eine Zahlungsanweisung einlöse. Stattdessen werden wir das Wasser eintauschen.“

„Und womit, Sir? Wir haben nicht gerade viel Technologie oder andere wertvolle Dinge an Bord.“

Ich deutete auf den obersten Kragenknopf meiner Uniform.

Heniss ächzte. „Muss das sein, Sir? Sollen wir an den Notgroschen gehen?“

„Ich sorge dafür, dass Sie einen neuen bekommen.“ Ich riss meinen obersten Knopf ab und legte ihn Heniss in die Hand. Er zögerte einen Moment, dann riss er seinen eigenen ab und legte ihn zu meinem.

„Gehen Sie und sammeln Sie von allen ein“, befahl ich leise. „Es ist unsere beste Option, an genug Wasser zu kommen, und vermutlich auch an genug Nahrung. Etwas frisches Obst vielleicht, dann behalten die Wookiees ihre gute Laune.“

„Ja, Sir“, sagte er missmutig. „Da habe ich mir Zeit meiner Karriere überlegt, wofür ich den Credit-Chip vielleicht mal benutzen würde, und dann ist es, um hungrige Wookiees zu füttern. Nichts für ungut, Hulbur, aber ich habe immer gedacht, sie vielleicht gegen ein neues Energiepack für meine Waffe oder so einzutauschen.“ Er erhob sich. „Ich mache mich dann auf den Weg.“

Ich nickte zustimmend und er verschwand. Wir waren elf Offiziere in Uniform an Bord, Streamrider, seinen Co-Piloten und den Funker mitgerechnet, alle in imperialer Offiziersuniform. Machte elf Knöpfe.

„Hurrrr?“, fragte Hulbur.

„Eine Reserve. In imperialen Uniformen sind mindestens einer, manchmal mehrere Knöpfe aus Credit-Chips. Meistens mit dem Nennwert fünfzig. Wenn wir unsere und die von Riies und seinen Leuten einsammeln, sollten wir eintausend Credits zusammenkriegen. Dafür sollte einiges zu kaufen sein.“

Auch das schien Hulbur zu amüsieren. Er lachte, allerdings verhalten. Ich hoffte, alle Wookiees und alle Imperialen würden meine Pläne mit so guter Laune aufnehmen wie dieser hier …