Das fantastische Fanzine

Anime-Appetizer von Alexander “Tiff” Kaiser in WoC 118

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Anime Previews der Herbst-Saison 2023: Immer, wenn ich diesen Review schreibe, und das tue ich schon ein paar Jahre, befinde ich mich in folgender Situation: Die Season ist fast zu Ende, und wenn ich dies hier in letzter Minute – wie heute – in die Tasten klimpere, haben die meisten Serien noch ein, zwei, vielleicht drei Folgen, und nur ganz wenige kriegen vierundzwanzig oder gar sechsundzwanzig Folgen. Im Prinzip sind die Serien vorbei. Das hat aber den Vorteil, dass meine Empfehlungen ehrlich sind.

Zwar neige ich dazu, die eine oder andere Serie zu empfehlen, obwohl ich sie nie oder nur ein, zwei Folgen gesehen habe, aber ich möchte das offen kommunizieren. So wie damals, als ich die Isekai-Serie vorgestellt habe von dem Typen, der als Getränkeautomat in einer Dungeon&Dragon-Welt reinkarnierte. Damals hatte ich die erste Folge der anderen Serie gesehen, in der jemand als Schwert in die neue Welt kam, und dieser Quatsch hat mich etwas voreingenommen, beim Getränkeautomaten überhaupt reinzusehen. Aber dieser sozusagen absolutere Quatsch wäre eigentlich genau mein Ding. Ich werde wohl meine Wenigkeit später aufraffen müssen, um hier tatsächlich reinzuschauen. Na, wir, hahahaha, werden sehen.

Beginnen möchte ich diesmal mit dem Fantasy S-Rank Musume.

Der Mittvierziger Belgrieve ist ein ehemaliger Abenteurer. Er hat es nie über den F-Rang raus geschafft, und deshalb in seinen Zwanzigern nach dem Verlust eines Unterschenkels beschlossen, sich aus der Gilde abzumelden. Als er auf dem Weg in sein Exil ein alleingelassenes, schwarzhaariges Mädchen findet, beschließt er, nachdem keine Eltern und Verwandten aufzutreiben sind, es aufzuziehen.

Während der nächsten vierzehn Jahre gibt er nicht nur sein Bestes, um ein anständiges Kind heranzuziehen, sondern auch eine potentielle Abenteurerin, während er zugleich sein neues Heimatdorf beschützt.

Angeline geht mit vierzehn in die nächste Stadt mit einer Abenteurergilde, und dank Belgrieves Training steigt sie in nicht mal vier Jahren vom Rang F zur S-Rang-Abenteurerin auf, der höchsten Klasse, und erwirbt sich den Respekt aller anderen Abenteurer.

Dabei erzählt sie jedem, der es hören will, von ihrem legendären Vater, Belgrieve, dem Rothaarigen Oger.
Derartige Aufschneidereien locken natürlich eine Menge Leute an, die diesen Titel nachspüren wollen, und zu Papas eigener Verwunderung scheinen alle außer ihm davon auszugehen, dass der Titel absolut gerechtfertigt ist – nicht allein wegen seiner Schwertkunst.

Der Ärger beginnt, als Ange, wie sie liebevoll abgekürzt wird, nach vier Jahren das erste Mal nach Hause möchte, und die Gilde sie einfach nicht gehen lassen kann, weil im Dutzend billiger Dämonenkönige auftauchen, von denen sie einen tötet.

Aber auch das ruhige Leben von Belgrieve ist vielfach bedroht. Nicht zuletzt durch die lokale Herzogin, die, angelockt von der Rettung ihrer Schwester durch Ange, den Vater kennenlernen möchte und ihm erst einen Arbeitsvertrag anbietet, und als er den ablehnt, einen Heiratsantrag.

Fazit: Die Serie ist spannend, witzig, hat ein düsteres Geheimnis und macht einfach nur Spaß. Vor allem, als es Ange nach dem missglückten Heiratsantrag von Herzogin Bordeaux dämmert, dass ihr Vater ein eigenes Leben hat. Woraufhin sie versucht, ihn mit einer Frau zu verkuppeln, die sie gerne Mutter nennen möchte.
Doch spätestens wenn Belgrieve in der Höhle eines Dämonenkönigs einen kleinen, schwarzhaarigen, alleingelassenen Jungen findet, der Ange in jungen Jahren gleicht, bekommt man eine Ahnung, wo die Serie noch hingehen wird.

Bis hier hat sie mir einen Riesenspaß gemacht, und manche Folgen habe ich zweimal gesehen. Das ist immer ein Qualitätszeichen.

Next! Ikenaikyo! Der in ziemlicher Isolation lebende Zauberer Allen – ein absoluter Meister seiner Kunst, obwohl seine Schulzeit nicht lange her ist – findet im Wald die blonde Charlotte. Schnell stellen sich zwei Dinge heraus. Erstens, sie ist eine Fürstentochter, die vom Großteil ihrer Familie schlechter behandelt wurde als Aschenputtel von ihrer Stieffamilie. Zweitens wurde sie zur Verlobung versprochen, weil ihr Blut dann doch einen Wert hat, aber eines Verbrechens beschuldigt, das sie nicht begangen hat, um ebendiese aufzukündigen. Woraufhin Charlotte zum ersten Mal nicht alles klaglos hinnahm, was man ihr antut, sondern geflohen ist.

Allen nimmt das Mädchen bei sich Zuhause auf und ist relativ angepisst von ihrer Widerstandslosigkeit und ihrem Verhalten, nie zu klagen. Also beschließt er, ihr die sündige Seite des Lebens zu zeigen, um ihre Widerstandskraft aufzubauen. Dafür beginnt er mit einer Kuchen-, und Tortentafel, unter der sich der Tisch zu biegen droht, und Charle, wie sie gerufen wird, erlebt ungeahnte Genüsse, von denen sie nie zu träumen wagte.

Aber das ist erst der Anfang. Ein extraweiches Bett, uneingeschränkter Zugang zu seiner vielfältigen Bibliothek, weiteres leckeres Essen und genussvolle Getränke sollen die klaglose Charle nach und nach verderben und auch ihren Charakter stärken.

Ziemlich schnell aber mischen sich die Halbkatzische Postbotin Miacha Bastetos und Allens Adoptivschwester Eruca in die Sache ein, um selbst einen Anteil an Genüssen mit Charle zu teilen – tolle Klamotten zum Beispiel.
Damit ist es leider nicht geschehen, denn was Charle und Allen selbst gar nicht merken, wissen die beiden sofort – sie empfinden etwas füreinander. Um das rauszukitzeln schicken die zwei Verschwörerinnen das vermeintliche Nicht-Pärchen in den Liebes-Urlaub.

Dort entdeckt Charle auch das erste Mal ein Talent an sich, das sie nicht von Allen beigebracht bekommen hat: Tiere, vor allem magische, haben ein Faible für sie. Charle ist eine Tamerin am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon zwei legendäre Bestien für sich gewonnen. Einen jungen Fenrir und einen Höllenkapybara.

Als dann zwei weitere Ereignisse eintreten, nämlich dass Charle von ihrer Familie steckbrieflich gesucht wird, und Allens Familie, die Crawfords, ihn wegen eines Problems nach Hause beordern, obwohl er sich einen dreitägigen Kampf mit seinem Stiefvater geliefert hat, bevor er gegangen ist, wird es noch mal richtig rasant. Denn das Problem ist Charles kleine Stiefschwester, Natalia, die einzige Person im ganzen Evans-Haushalt, die je gut zu ihr gewesen ist.

Fazit: Noch eine Comedy, und was für eine. Nein, nix mit ecchi oder so, bis hier jedenfalls noch nicht, außer einer Bikini-Szene im getarnten Pärchenurlaub. Und natürlich die Outfits von Allens gar nicht mal so kleinen Schwester Eruca sowie der Katzenmenschenpostbotin.

Aber es wird eine amüsante, Gerechtigkeit suchende Geschichte erzählt, in der der grandiose Allroundsprecher Tomokazo Sugita die Hauptrolle spricht. Ausdrücklich meine zweite Anime-Empfehlung in diesem Quartal, für alle, die Comedy mögen.

Dr. Stone Season drei. HRRRRRRRRR! Season drei ist draußen, und ich habe bei Season zwei aus irgendwelchen Gründen bei Folge vier aufgehört. Das ärgert mich. Aufraffen, weiterzuschauen, kann ich mich bisher aber auch nicht.

Ich weiß nicht, was mich gestört hat, aber irgendwie hat mein Unterbewusstsein auf den „Nääää“-Button gedrückt. Mal schauen, ob ich das mit Priorität durchsuchten kann. Empfehlen kann ich die Serie aber ausdrücklich. Nein, das ist kein Widerspruch.

Toaru Ossan no VRMMO Katsudouki. Noch mal Fantasy, diesmal aber, wie der Titel verrät, Fantasy in einem Computerspiel. Da kommt übrigens gleich noch eine Empfehlung.

Jedenfalls entdeckt der Mittvierziger Taichi ein Virtual Reality Game für sich: „One more free Live Online“. Das Spiel ist gerade hochgehyped, vor allem wegen seiner vielen personalisierten Erlebnisse.

Sein Spielcharakter: Der jugendliche Earth, Rasse Mensch, Beruf Bogenschütze und Meisterdieb. Sein Charakter, wie er spielt: Nur kein Mainstream, nur nichts Durchschnittliches, nicht, was alle wählen. Deshalb Bogenschütze, eine Profession, die von vielen Spielern als drittklassig angesehen wird. Deshalb seine Nebenberufe wie Kochen und Schmieden. Alles, nur nicht langweilig und Standard, ist sein Motto.

Schnell macht sich Earth nicht nur bei den NPC Freunde, sondern auch unter den Spielern. Und wider Erwarten erweist sich seine Kochkunst eines Tages als überaus nützlich, als die NPC während der Fairy-Woche den Verkauf von Nahrung einstellen – was aber jeder Spieler dringend braucht, wenn er eine Fairy als Begleiter hat, um sie oder ihn bei Laune zu halten. Als nahezu einziger Koch für Fairy-Nahrung wird er geradezu versklavt, um für so gut wie alle zu kochen, obwohl er selbst gar nicht in der Lage war, eine eigene Fairy „anzuwerben“.

Dies ändert sich nicht, weckt aber das Interesse der Königin der Fairies an ihm persönlich. So sehr, dass sie ihm an den linken Ringfinger auch gegen seinen Willen einen Ring aufsteckt, was ihm den Spitznamen „Ehemann der Fairy Königin“ einbringt. Leider ist der Ring ein bisschen mehr. Mit seiner Hilfe kann sie jederzeit zu Earth teleportieren. Und wer glaubt, das sind Earths größte Probleme, der irrt.

Und das Spiel geht natürlich weiter, Expansion auf Expansion wird freigeschaltet, und das Spiel wird tatsächlich mehr und mehr zu einem zweiten Leben für Taichi.

Fazit: Schon wieder Fantasy. Und wenn Ihr mich fragt, ist der Virtual Reality Plot eigentlich überhaupt nicht nötig, zumindest bis hier nicht. Ich amüsiere mich großartig, obwohl die Handlung bisher mindestens so harmlos ist wie der Isekai-Anime „My unique Skills make me OP“, wo der Protagonist die Dungeons durchkämmt, um Gemüse zu erbeuten.

Dennoch eine klare Empfehlung von mir. Wer Anime wie den gerade genannten oder Kuma Kuma mag, der wird hier reichlich bedient. Aber ich bin gespannt, ob da nicht doch noch was – zumindest etwas ernsteres – hinterher kommt.

Aber kommen wir zum Eingemachten. Kommen wir zum zweiten großen Hammer der Saison, wie angekündigt wieder eine Virtual Reality-Story: Shangri-La Frontier.

Der Name ist Programm. Shangri-La Frontier ist das größte VR-Game, das derzeit draußen ist, mit über fünf Millionen Spielern. Einer von ihnen ist der Oberstufenschüler Rakuro, der eigentlich nur Trash Games spielt. Also jede Sorte von VR, dass schlecht programmiert, voller Bugs oder viel zu schwierig ist. Je unmöglicher, desto tiefer die Befriedigung, es zu „besiegen“. Diese Leidenschaft teilt er sich mit seinem Playerbuddy OiKatzu, mit dem und gegen den er schon so manches Spiel geschafft hat, im wahrsten Sinn des Wortes.

Eines Tages gibt er aber Shangri-La Frontier eine Chance. Endlich mal ein normales, Bugfreies Spiel zum Entspannen? Nicht sein Ding. Also erschafft er sich einen Charakter mit Vogelmaske, gibt ihm seinen üblichen Spielernamen „Sunraku“ und stürzt sich in die Welt – indem er die Anfängerstadt komplett skippt und total ungeskillt auf einen Mid-Boss trifft, der die Brücke zur zweiten Stadt bewacht. Gestählt von den gebuggten „schlechten“ Spielen schafft er das Unmögliche und erkämpft sich seinen Weg über die Brücke, nur um in noch schwierigeres, für seinen Level gar nicht vorgesehenes Gebiet zu gehen.

Dabei läuft er einem von acht legendären und einmaligen Bestien über den Weg, die keinen festen Spawnpunkt haben. Beeindruckt von seiner Gegenwehr tötet die Bestie ihn zwar, aber in Anerkennung seiner Leistung verflucht sie ihn auch, sodass er weder die Vogelkopfmaske ablegen, noch Rüstungen anlegen kann. Als wenn das Sunraku aufhalten würde.

Die nächste Schwierigkeit bereiten ihm seine Waffen, zwei Zwillingsdolche, die er von einen Vorpal Bunny geplündert hat. Diese und sein Kampf gegen das legendäre Biest erwecken das Interesse der Vorpal Zivilisation an ihm, und ihr oberster Anführer nimmt Sunraku unter seine Fittiche. Was der halt so drunter versteht.

Der wie ein japanischer Yakuza-Boss auftretende oberste Vorpal Bunny dreht den armen Sunraku dann auch kräftig durch die Mangel – „zu seinem eigenen Besten“.

Derart gestählt beschließt er, mit seinem Kumpel OiKatzu und der Spielerin Pencilgon, die er ebenfalls aus früheren Spielen kennt, wenngleich als Gegnerin, ein anderes legendäres Biest zu jagen. Aber je schwieriger die Dinge sind, desto wohler fühlt sich Rakuro beim Spielen.

Fazit: Absolut empfehlenswert. Eine vollkommen übertriebene Geschichte mit phantastischen Bildern und einer witzigen Idee mit den Vorpal Bunnies. Vor allem weil eine der Töchter des Oyabuns ihn als Assistentin begleitet (Er ist etwa zwei Meter groß, alle anderen Vorpal Bunnies aber nicht mehr als einen halben Meter, btw.) und die Fähigkeit hat, sich zeitweilig in eine Menschenfrau zu verwandeln.

Weitere Probleme bringt nicht nur Pencilgon mit einem Attentatsversuch und den hochtrabenden Plänen, sondern auch der legendäre Player Psyger-0, der den Rekord für den höchsten jemals zugefügten Schaden hält und im Spiel auf Sunraku gewartet hat. Hinter der martialischen Rüstung verbirgt sich im realen Leben eine schüchterne Mitschülerin Rakuros, die einen kräftigen Crush auf ihn hat, und nun hofft, wenigstens im Spiel mit ihm reden zu können. Wenn er nur normal wäre und wie jeder andere Spieler leveln würde, was es ihr etwas schwer macht, ihn zu finden, geschweige denn sich in seiner Nähe zu halten.

Action, Action, Action, Spaß, Witz, Humor at its finest, also, ich schaue diese Serie gleich nach S-Rank Musume als nächstes supergerne und fiebere mit, wenn Sunraku sich wieder mal mit einem Gegner anlegt, den er vom Level her noch überhaupt nicht einmal ansehen können dürfte.

Vieles ist hoffnungslos übertrieben, aber die Spielmechanik ist natürlich auch eine ganz andere, daher ist Sunrakus Erfolg nicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen.

Auf jeden Fall macht der Anime eine Menge Spaß, und ich hoffe doch, dass er vierundzwanzig Folgen hat. Ich schaue in der Winter Season gerne weiter zu.

Saihate no Paladin Season zwei. Oh ja, die Saga um den Paladin der Göttin Gracefeel, den bereits in jungen Jahren legendären William Maryblood, geht in die zweite Runde.

Der Mann, der sich selbst zum Adligen gemacht hat, indem er von Monstern und Dämonen infizierten ehemaligen menschlichen Lebensraum erobert und rekultiviert hat, steht vor einer neuen Aufgabe.

Vor zweihundert Jahren hießen die nahen Berge, die unweit jenes Ortes stehen, wo Will einst von den Untoten Mary, Gus und Blood aufgezogen und ausgebildet wurde, noch nicht die rostigen Berge, sondern die Eisenberge, und ein Zwergenkönig gebot über den Berg und sein Volk. Dann kamen die Dämonen und ließen sein Königreich von einem Drachen angreifen. Davor befahl er all sein Volk, das nicht für den Abwehrkampf benötigt wurde, zu fliehen und zu überleben.

Diese Überlebenden sind nun zweihundert Jahre später Vasallen von Will, und nachdem er ihre Geschichte gehört hat, beschließt er, sich sowohl um die Dämonen, welche die Rostberge heute bevölkern, als auch um den Drachen ein für allemal zu kümmern. Dabei stellen sich zwar auch Hilfen ein, so der Enkel des letzten Königs und dessen Lehrmeister, sondern auch erhebliche Probleme. Der Gott des Todes hat nach der Niederlage seines Avatars gegen den Paladin von Gracefeel ein morbides Interesse an ihm entwickelt, und man muss sehen, ob dies Will nützen oder schaden wird.

Mit einer Party von fünf, also den beiden Zwergen, seinem besten Freund, dem Elfen Meneldor, und dem legendären Schwertkämpfer Reystov, macht er sich auf den Weg nach Hause, wo der untote Magus Gus auf ihn wartet. Dessen bester Tipp für den bevorstehenden Kampf mit dem Drachen: „Tu es nicht, Will.“

Aber William Maryblood und seine Begleiter haben sich entschieden. Und so beginnt der Kampf, um aus den Rostbergen wieder die Eisenberge zu machen – mit ungewissem Ausgang.

Wer Season eins gemocht hat, wird Season zwei ebenfalls lieben.

Für Freunde des gepflegten Subs: Ich habe gerade gelesen, dass der Sprecher für William ausgetauscht wurde. Anfangs, weil in seiner Kindheit begonnen wurde, hat eine Frau ihn gesprochen. Für die neue Season mit einem erwachsenen Will hat man diesmal einen Mann genommen. Die gute Nachricht: Der Übergang ist nahezu unbemerkt an mir vorbei gegangen, will sagen, es stört überhaupt nicht nach der ersten Erkenntnis.

Auch hier, klare Empfehlung, sich den Anime anzuschauen.

Eine Serie möchte ich noch vorstellen, auch wenn ich hier sechs Folgen hinterher hänge: Atarashii Joushi wa Do Tennen. Nix Abenteuer, nix Isekai, auch keine School RomCom oder sowas, und gewiss kein Slapstic.

Der junge White Collar Worker Momose hat seinen alten Job in seiner alten Ausbeuterfirma gekündigt, weil er dort drangsaliert und „unten“ gehalten wurde. Das ging so weit, dass er Magengeschwüre bekommen hat. Als er dank eines Werbefilms für ein Planetariums (wird in Folge vier erzählt) den Mut hat, seinen ausbeuterischen Job mit dem tyrannischen, ungerechten Vorgesetzten zu verlassen, bewirbt er sich bei der Werbefirma – und wird vom Fleck weg genommen.

Sein neuer Vorgesetzter ist Aoyama, der die ganze Abteilung leitet. Sein direkter Zuarbeiter, also sein Senpai, das ist ein bereits längere Zeit Angestellter ohne leitende Funktion, wird der kaum ältere Shirosaki. Der soll ihm mit seiner Erfahrung über die Firma und den Job selbst zur Seite stehen.

Aber zuerst einmal melden sich Momoses Magenbeschwerden wieder, nachdem er denkt, er könnte bereits am ersten Tag Shirosakis Unmut erregt haben. Stattdessen aber gibt sich der leicht schusslige und ungeschickte, aber sehr fähige junge Mann allergrößte Mühe um seinen Kohai. Auch wenn er Momose für seine Magenkrämpfe aus Gewohnheit das bringt, was er seiner letzten Freundin gekauft hatte: Ein Mittel gegen Menstruationskrämpfe. Immerhin, er bemüht sich.

Es gibt noch einige Gelegenheiten, in denen sich Momoses Magen meldet, aber auch schnell wieder beruhigt, denn im Gegensatz zum alten Vorgesetzten ermuntert Shirosaki ihn, unterstützt ihn, gibt ihm Komplimente, einen Schlüssel zu seiner Wohnung (weil Shirosaki denkt, Momose möchte gerne seine Findelkatze sehen), und, und, und.

Dieses kollegiale, ja freundschaftliche Verhalten geht so weit, dass ein junger Mann aus einem anderen Büro, der den beiden zuhört, die Courage erlangt, seinen eigenen Job, in dem er gemobbt wird, auch zu kündigen. Er bewirbt sich ebenfalls für Shirosakis Firma und wird genommen.

Nicht nur, dass die drei sich schnell anfreunden, auch Aoyama, der wegen seiner Scheidung ständig zu vereinsamen droht, erhält von Aigo, dem Neuen, endlich die tröstliche Aufmerksamkeit, auf die er so lange verzichten musste.

Fazit: Wie ich schrieb, bin ich nur bis Folge sechs gekommen. Dann standen Tausend Dinge an wie das neue WoC, und ich habe die Serie unbewusst von der Liste gestrichen. Was witzig ist, denn ursprünglich habe ich nur die erste Folge geschaut und war minder begeistert. Dann gab ich ihr einen zweiten Versuch, und sie wurde immer besser. Es ist eine Comedy, zugegeben, wahrscheinlich eine Yong Koma-Geschichte, oder so. Auf jeden Fall mit lockerleichter Hand erzählt, und ein Tränendrücker ist sie auch.

Spätestens dann, wenn rauskommt, dass Shirosaki einer der drei war, die Momose eingestellt haben. Und dass er sich noch bevor die Entscheidung feststand, freiwillig gemeldet hat, um sein Sempai zu werden. Richtig tränenrührerisch aber wird es, wenn Momose von der Werbung erzählt, die sein Leben verändert hat, und Shirosaki ihm erzählt, dass er diese Werbung gemacht hat.

Ich gebe zu, hier und da musste ich ein, zwei Tränen verdrücken, und über Weihnachten, wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich die restlichen Folgen nachholen, alleine um gut lachen zu können. Eine tolle Serie, wirklich.

Noch ein paar honorable Erwähnungen von weiteren Serien, die in dieser Season fortgesetzt werden, wo ich aber noch nicht reingeschaut habe.

Spy X Family, das Drama um die Patchworkfamilie, bestehend aus dem Superspion, der Profimörderin und das telepatisch begabte Kind geht jetzt schon in die dritte Runde. Ich lese die Mangas, daher lasse ich vorerst die Finger vom Anime. Der scheint aber gut anzukommen.

Shield Hero, der Isekai über den stiefmütterlich behandelten beschworenen Helden, der sich nach und nach durchsetzt, kriegt auch seine dritte Season. Bei der zweiten habe ich nach der ersten Folge aufgehört, weil ich einen Seitenerzählstrang so la la fand. Aber das Feuer ist da, ich werde weiterschauen.

Goblin Slayer geht ebenfalls in die zweite Runde. Ich gebe zu, mir macht die Serie etwas Kummer. Sie ist hervorragend gemacht, aber den Spielfilm habe ich abgebrochen, als ich die berüchtigten ab achtzehn-Szenen befürchten musste. Auch hier habe ich deshalb leichte Hemmungen, reinzuschauen. Zu heftig mag ich es dann doch nicht. Wenngleich der große Schlusskampf in Season eins für mich immer noch eine der besten Anime-Arbeiten ist, die ich je gesehen habe. Eigentlich einer meiner Lieblingsanime, und ich werde mich überwinden.

Okay. Eine kleine Erwähnung noch, damit wenigstens ein Sci-Fi-Anime auftaucht: Bullbuster. Hier habe ich tatsächlich nur Folge eins gesehen. Im Prinzip geht es darum, dass Teile Japans nicht bewohnbar sind, weil gigantische Bestien nach und nach Regionen übernehmen, hauptsächlich Inseln. Um dieser Entwicklung Herr zu werden, wurden diese Gebiete evakuiert, und Ungeziefervernichtungsfirmen übernehmen den Job, diese Bereiche wieder von den Biestern zu säubern. Und dies meist auf einem ziemlich engen Budget.

Diese Geschichte handelt dann von dem jungen Ingenieur und Piloten Tetsuro, der mit seinem selbst entwickelten Mecha Bullbuster mit Segen seiner Chefin zu einem kleineren Pest Exterminator wechselt, Namidore Industries, um seinen Mecha weiter zu verbessern. Die eher familiär strukturierte Firma hat es indes in ihrem Wirkungsgebiet nicht einfach, wenn das neueste Ungeheuer, das auf ihrer Insel wütet, sogar dem Militär Probleme bereitet. Aber Tetsuro geht die Sache so an, wie sie zu ihm kommt, und die Angestellten von Namidore sind frohen Mutes, auch diese Bestie zu erlegen.

Kein Fazit, außer, dass die erste Folge so la la war und ich mich nicht richtig mit dem Zeichenstil anfreunden kann. Aber da ich Folge eins gesehen habe, schaue ich wohl auch noch in die zweite rein.

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