Seit einiger Zeit schreibe ich meinen Anime-Preview nicht, wie gewohnt, wenn die Season eigentlich schon gelaufen ist, sondern als Vorausschau, indem ich mir auf randomc.net den aktuellen Preview anschaue. In diesem Fall den Sommerpreview.
Den Anfang macht diesmal tatsächlich eine Science Fiction-Serie.
Saikyosoubi ist ein Isekai, aber halt etwas anders. Sato Takahiro erwacht eines Tages unvermittelt an Bord eines kleinen, agilen Raumschiffs. Oh, er kennt dieses Schiff aus einem Space Shooter Game, in dem es darum geht, Gegner abzuschießen, Kopfgeld zu kassieren und die zerstörten Schiffe der Gegner zu looten. Und er ist richtig, richtig gut darin. Die ersten, die das merken müssen, sind drei Piraten in eigenen Jagdraumschiffen, die Sato für eine leichte Beute halten. Für ihn aber ist das kurze Raumgefecht vor allem eines: Ein gutes Startgeld, nachdem er die abgeschossenen Schiffe geplündert hat.
Im nächsten Hafen verkauft er seine Beute und kassiert das Kopfgeld. Dabei steht ihm die etwas besondere Elfe Elma Willrose zur Seite, selbst Kapitänin ihres eigenen Jagdraumschiffs. Ihre Beweggründe sind nicht ganz klar, denn normalerweise ist nichts umsonst, aber sie zeigt Sato „die Seile“ der neuen Stadt. Sie hilft ihm sogar, als er die obdachlose Mimi vor einer Horde Vergewaltiger rettet und bringt ihm bei, dass Handlungen Konsequenzen haben. Also nimmt er Mimi an Bord und findet einen Platz für sie auf der Brücke als Koordinatorin.
Im nächsten Einsatz sind Elma und Sato Partner und besiegen zusammen mit dem Militär eine größere Piratengruppe. Dabei beschädigt Elma mit ihrem Schiff das Flaggschiff, für dessen Schaden sie aufkommen soll. Ein Subalterner, der sie hasst, setzt dafür eine unmöglich einzuhaltende Frist an, der die Elfe sofort in die Obdachlosigkeit treibt.
Als Sato der Sache gewahr wird, zeigt sich, dass tatsächlich nichts umsonst ist und immer eine Bezahlung erfolgt. Für ihre Hilfe und Unterstützung bezahlt er Elmas Schulden und nimmt sie, bis diese bei ihm abbezahlt ist, als zweite Pilotin und Ausbilderin für Mimi auf seinemSchiff auf.
Meine Meinung: Machen wir uns nichts vor, die Story ist nicht nur Isekai in outer Space, sie ist auch Harem. Und im Gegensatz zu den meisten Harem-Geschichten kriegt Sato auch die Action, weil Mimi und später Elma darauf bestehen, sich auch körperlich zu vereinigen. Nicht ganz aus uneigennützigen Motiven, denn wenn Sato mit ihnen schläft, bindet er sich stärker an sie, und ihre Plätze an Bord sind sicherer. Sato wehrt das lange ab, aber sieht schließlich ein, dass er die Frauen nicht umstimmen kann. Abgesehen von diesem Plothole ist es in den ersten drei Folgen eine locker erzählte Geschichte mit gut gesprochenen und dargestellten Charakteren, die durchaus Lust auf mehr machen, weil, ich sage mal noch, die Gerechtigkeit gewinnt.
VERTEX FORCE ist ebenfalls eher Science Fiction.
Haruka, ihr kleiner Bruder Akira und ihre Mutter leben irgendwo an der japanischen Küste in einem beschaulichen Restaurant in relativem Frieden, wobei die ältere Haruka ihr Bestes gibt, um ihren Kleinen Bruder zu beschützen, ganz wie ihr verschwundener Vater es ihr einst aufgetragen hatte. Akira ist davon nicht sehr erbaut, aber was kann er gegen schwesterliche Liebe schon machen?
Das Problem ist, dass ihr gemeinsamer Vater ein Außerirdischer war, der Haruka eine besondere Fähigkeit vererbt hat: einen Engine zu beschwören. Mit genau dieser Kunst hatten er und seine Verbündeten einst versucht, ihren Heimatplaneten zu befreien, aber seither ist keiner von ihnen zurückgekommen.
Derweil versucht Haruka, den Engine so wenig wie möglich einzusetzen, um die Familie nicht zum Ziel zu machen. Zumindest, bis sie und Akira am Strand von einem Roboter angegriffen werden, der nicht von der Erde stammt. Während der Attacke findet Haruka heraus, dass sie ihren Bruder nicht nur beschützen sollte, weil er ihr kleiner Bruder ist, sondern weil auch er einen Engine beschwören kann, wenn es richtig brenzlig wird. Vielleicht der stärkste Engine in der ganzen Geschichte, wenn ihm erlaubt wird, ihn zu entwickeln. Das tut auch Not, denn der Roboter kam nicht allein auf die Erde.
Ich sitze hier mit etwas gemischten Gefühlen. Die Story ist klar vorgegeben, die Qualität der Animation ist sehr gut, und die Sprecher sind fähig. Die Mechanik kommt gut rüber, und auch wenn es die Story schon sehr, sehr oft gegeben hat, macht sie in dieser Kombination erst mal Spaß. Und das ist eine gute Sache. Erst mal eine vorsichtige Empfehlung, weil mir die Nahaufnahmen auf Harukas Radlerhose durchaus auf den Geist gehen. Dafür gibt es Agent Aika.
Zombie Sagashitemasu ist ein klein wenig anders. Zehn Jahre nach der Katastrophe sind neunzig Prozent der Menschheit ausgelöscht. Wie der Titel richtig vermuten lässt, sind sie zu Zombies geworden. Die ganze Zivilisation, wie wir sie kennen, wurde hinweg gefegt. Die übrig gebliebenen Menschen, 10% immerhin, haben sich in befestigte Siedlungen weitab der großen Zombiemassen zurückgezogen in der Hoffnung, dass es nie große Zombiewanderungen geben wird, derer sie nicht Herr werden können.
Jedenfalls verlassen immer mal wieder Bewohner diese Siedlungen, die wenn überhaupt nur losen Kontakt zu einander haben, um die zerstörte Welt zu erkunden. Aki macht genau das und folgt dabei den Spuren ihres Vaters, der schon vor einigen Jahren ihr Dorf verlassen hat. Dabei nahm er Aki ein Versprechen ab: Sollte er zu einem Zombie werden, sollte Aki ihn endgültig töten.
Zusammen mit ihren beiden Freunden, der lebensfrohen Natsuki und dem ruhigen Giganten Haru, fährt sie auf einem alten dreirädrigen Wagen in Richtung Tokyo, um ihren Vater zu finden. Und um den zehn Jahre alten Erinnerungen an die vergangene Zivilisation nachzugehen, und – eventuell ihren Vater zu finden.
Kaum in Tokyo angekommen, retten sie die burschikose, aber fragile Yuu und ihre unbedarfte Freundin Sakura vom Dach eines Busses, der von Zombies geradezu umflutet ist. Gemeinsam flüchten sie in ein Gebäude, das sich als Kaufhaus herausstellt. Ein Kaufhaus, in dem es alles gibt, was die Menschen nicht mitnehmen konnten. Bleiben also nur noch zwei Probleme: Die Zombie-Horde, die es auf Yuu und Sakura abgesehen hat und jetzt droht, in die Mall einzubrechen, auszuschalten, und Akis Vater zu finden, und, falls er ein Zombie ist, endgültig zu töten.
Ein dramatisches Thema, einige überlebende Kinder, die Welt ist voller Zombies, die sie jagen, aber hey, im Shopping Center gibt es alles im Überfluss. Alles. Also machen die fünf das Beste aus ihrer Situation, angeführt von der energischen Aki, und koordiniert von Yuu, die sich als Intelligenteste der Truppe erweist. So bastelt sie aus Dünger und Chemikalien, mit denen sie der angreifenden Zombies Herr werden. Aber das soll nicht darüber hinweg täuschen, dass ein Fehler, ein falscher Schritt das Ende eines jeden aus der Truppe bedeuten kann. Ein Biss, und man wird zum Feind der eigenen Freunde, wie die junge Mikazuki beweist, die gebissen und von ihren „Freunden“ zurückgelassen wurde, die bei den fünfen für eine Nacht unterkommt und später als Zombie zurückkommt. Keine Ahnung, wo die Reise hingeht, aber ich bin dabei.
Hotaru no Yomeiri ist mal was Klassisches. Im mittelalterlichen Japan existiert die reiche Familie Kirigaya. Satoko, die älteste Tochter, ist bildhübsch vom Antlitz und Wesen, und daher heiß umworben. Weil sie aber körperlich schwächlich ist, hat sie einen gewaltigen Minderwertigkeitskomplex. Nicht nur, dass sie sich nicht für gut genug für die Ehe hält, sie fürchtet auch, geschieden zu werden, wenn ihr Zukünftiger herausfindet, wie schwach sie ist.
Als sie während eines Spaziergangs über eine Gruppe Söldner stolpert und entführt wird, versucht sie, sich selbst zu retten, indem sie einem der Söldner, Shinpei Goto, die Ehe dafür anbietet, wenn er sie rettet.
Zu ihrer allergrößten Verwunderung akzeptiert Shinpei, rettet sie aus ihrer misslichen Lage, bringt sie zurück nach Hause und besteht darauf, sie zu heiraten, wie sie versprochen hat. Mit Shinpei an der Backe kommt sie jetzt doch noch unter die Haube, und zwar mit einem der berühmtesten und gefürchtetsten Kämpfer der damaligen Zeit. Egal, was von hier ab passiert, langweilig wird es sicher nicht für sie.
Tensei shita Daiseijo wa, Seijo de Aru Koto wo Hitakakusu. Wieder Fantasy. Die junge Fia Ruud ist in einen herzöglichen Haushalt reingeboren, deren Mitglieder alle Ritter sind, sogar ihre ältere Schwester. Und somit ist Fias Lebensziel fest gesteckt: Natürlich wird sie auch ein Ritter, immerhin führt ihr Vater einen Ritterorden an, und ihre Brüder und ihre Schwester haben hohe Ränge in den verschiedenen Ritterorden erreicht. Leider ist sie magisch absolut unbegabt und auch ansonsten ein wenig, sagen wir, tollpatschig. Als sie fünfzehn wird, muss sie die Prüfung zur Aufnahme in die Ausbildung zum Ritter ablegen: Den magischen Stein eines Monsters alleine erobern und heim bringen. Während sie also allein in einen nicht allzu gefährlichen Wald geht, entdeckt sie ein vogelähnliches Wesen, das schwer verletzt ist. Als sie ihm von ihrem Heiltrank gibt, wehrt sich der Vogel und fügt ihr eine schwere Wunde zu, so klein wie er ist. Aber die Attacke, in Verwirrung passiert, hat eine gute Seite. Schlagartig erinnert sich Fia, dass sie schon einmal gelebt hatte, und damals war sie eine Heilerin von hohem Rang, eine Saint. Damals starb sie, als ihre eigenen Brüder ihr die herausragenden Heilkräfte neideten und sie in der Burg des Dämonenkönigs gelähmt und halb tot zurückließen, wo der letzte General des Königs sie zu Tode folterte und ihr drohte, wiederzukommen, wenn sie jemals wieder ein Saint sein wolle. Plötzlich verfügt sie wieder über ihre damaligen Fähigkeiten.
Als sie wieder aufwacht, ist der Vogel erheblich gewachsen und entschuldigt sich für das Versehen. Er stellt sich vor als Zavilia, König der schwarzen Drachen, aber Fia ist, wie gesagt, etwas tollpatschig und überhört diesen wichtigen Part. Zavilia indes geht mit Fia einen Pakt ein und wird ihr Familiar. Er bietet ihr auch die magischen Steine aller Monster an, die er in der Nacht getötet hat, um die bewusstlose Fia zu beschützen. Die ist überglücklich, denn damit hat sie die erste Prüfung hinter sich gebracht. Doch damit beginnen die Schwierigkeiten erst für sie, denn ihre neu entdeckten Saint-Kräfte möchte sie eher nicht einsetzen. Und das gelingt ihr während ihrer Ritter-Ausbildung nicht immer richtig gut.
Eine witzige Geschichte in einem Szenario, das bei uns etwa die Renaissance wäre, über ein junges Mädchen, das seinen Weg in der Welt finden will. Bisher habe ich mich überraschend gut amüsiert und bin gespannt auf mehr. Da Fia ihre neuen Fähigkeiten und die Erinnerungen an das frühere Leben ständig ständig in den Weg kommen, ist das Chaos vorprogrammiert, auch weil die heutigen Saints nur noch ein Abklatsch dessen sind, was in ihrem früheren Leben üblich war. Was die junge Frau regelmäßig aufregt.
Romelia Senki ist wieder Fantasy. Es beginnt damit, dass der Dämonenkönig von Prinz Henry und seiner Schwertmaid, seiner Heilerin und seiner Magierin besiegt wird. Romelia, die sich im Hintergrund gehalten hat, trug dazu augenscheinlich nichts bei, außer die erste beim Plündern zu sein. Haken dabei: Sie ist als Grafentochter seine Verlobte, und dieses Bündnis sprengt er bei allerbester Gelegenheit.
Romelia ficht das nicht an. Soll Henry doch glücklich werden, ohne sie und ohne ihre göttliche Fähigkeit „Anmut“, der der Prinz und seine Party wohl überhaupt erst den Sieg zu verdanken hat.
Romelia tritt in die zweite Reihe zurück, sichert sich ihren Anteil an der Beute und macht damit ihre Familie unermesslich reich.
Danach sucht sie sich eine neue Aufgabe. Sie bricht in die ehemaligen Familienlande auf, die noch immer von Dämonen überrannt sind, stellt eine schlagkräftige Truppe junger Rekruten zusammen, trainiert sie selbst und kommandiert sie von Einsatz zu Einsatz, um gemeinsam mit ihnen zu wachsen. Dabei kommt ihr ihre Fähigkeit „Anmut“ mehr als gelegen, bringt es ihr und ihren neuen Soldaten doch das eine Quentchen Glück, das über Sieg oder Niederlage entscheidet. Romelia ist fest entschlossen, das Lehen ihrer Familie wieder sicher zu machen. Dafür riskiert sie zwar das eigene Leben, aber nicht das ihrer Soldaten.
Als Romelia nach dem Kampf gegen den Dämonenkönig auftauchte und nur die Beute einsammelte, war mir klar, dass da etwas nicht stimmte. Das sollte ihr einziger Anteil am Sieg gewesen sein? Da gewesen zu sein? Das konnte nicht stimmen. Und im Verlauf der ersten Folge zeigte sich schnell, dass Romelia nicht nur schlau war, sondern auch gewitzt und pfiffig. Mit diesen Talenten verhandelt sie ihre Entlobung und ihren Anteil aus der Beute. Und als sie von Henry frei ist, scheint sie erleichtert. Ihre neue Aufgabe geht sie dann auch mit Elan an. Wenn sie als Kämpfer auch nicht stark ist, sie ist eine gute Anführerin und weiß die Fähigkeiten ihrer Leute gut einzuschätzen. Schon der erste Einsatz gegen niedere Dämonen beweist das.
So. Zeit für ein paar honorable Mentions wie Anime-Serien mit weiteren Seasons.
Tensei Shitara Ken Deshita S2. Die Geschichte um das junge Sklavenmädchen Fran, das mit Hilfe des als Schwert reinkarnierten Shishou zu immer größerem Ruhm aufsteigt, hat jetzt eine zweite Season. Mochte ich nie, werde ich nicht schauen, aber sicher hat die Serie ihre Fans.
Immerhin ist es kein reinkarnierter Getränkeautomat…
Ranma ½ bekommt ein Facelifting. Die Geschichte um den berühmtesten Crossdresser der Welt, der beim Kontakt mit kaltem Wasser zur Frau wird, und mit heißem Wasser wieder zum Mann, kriegt einen neuen Anstrich. Ich habe den Manga hier zuhause, auf Englisch, auf Deutsch, und hole die Bücher immer wieder mal raus. Den Anime habe ich kaum gesehen. Deshalb ist jetzt vielleicht die Zeit, Ranma, Akane und Ryoga animiert zu begleiten.
Hotel Inhumans hat ebenfalls eine zweite Season. Die erste Staffel habe ich schon nicht gesehen, mein Interesse an der zweiten ist eher gegen null, aber hey, erwähnenswert ist es allemal.
Ein weiteres Remake hat Magic Knight Rayearth. Ich kenne den Manga, habe den Anime nie gesehen. Aber der Name spricht für sich und sollte klar machen, was dem Zuschauer bevorsteht. Ein Klassiker im neuen Gewand. Vielleicht schaue ich tatsächlich mal rein.