Besprechung von Bernd “Göttrik” Labusch

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Zum Beginn des neuen AMRAKA-Zyklus

Mit Heft 599 „Endspiel“ von Ian Rolf Hill endete am 3. Januar 2023 der „Weltenriss“-Zyklus der Serie „Maddrax“. Der neue Zyklus begann mit Heft 600 „Amraka“ von Ian Rolf Hill 14 Tage später, also am 17. Januar 2023 und trägt den Titel „Amraka“. Schauplatz der Haupthandlung ist ab Heft 600 der Kontinent Amraka, in der realen Gegenwart allgemein bekannt unter dem Namen Südamerika. Das frühere Lateinamerika als solches kam in der Serie „Maddrax“ bereits vor, jedoch nur am Rande und mit Schauplätzen, die im Bereich des heutigen Mexiko liegen, also zu Mittelamerika gehören. Besonders zu erwähnen ist hierbei die Stadt der Dinosaurier, die im Rahmen des „Parallelwelten“-Zyklus (Hefte 500 bis 549) auf die Erde des Maddrax-Universums verschlagen wurde. Der eigenwillige, eher lustig wirkende Sauroide Ydiel stammte von dort und kehrte später dorthin wieder zurück. Für die aktuelle Handlung jedoch spielt der Distrikt 5 der Dinosaurier-Stadt Rhaaka in der Nähe der mexikanischen Stadt Mérida auf der Halbinsel Yukatan zumindest vorerst keine Rolle mehr.

Im Zuge des „Parallelwelten“-Zyklus sollen auch in Südamerika selbst solche Städte aus Parallelwelten erschienen sein, ob sie in der weiteren Handlung des aktuellen Zyklus eine Rolle spielen werden, ist noch unbekannt und eher unwahrscheinlich. Sie wurden schon im „Parallelwelten“-Zyklus nur ganz am Rande und eher kursorisch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zudem verschlägt es den Titelhelden Maddrax alias Matthew Drax eher zufällig nach Amraka und hier in den hintersten Winkel des Amazonas-Urwalds am Osthang des Anden-Gebirges, dort, wo sich heute die Grenze zwischen Peru und Brasilien befindet. Eigentlich ist Maddrax auf der Suche nach Aruula, seiner Gefährtin durch die postapokalyptische Welt der fernen Zukunft in etwa 500 Jahren. Der Urwald vor Ort ist noch verwilderter, als er es in der realen Gegenwart schon ist. Begleitet wird er auf dieser Quest alias Heldenreise vor allem von Haaley, die eigentlich den Namen Choyganmaa Aksinja Jevdokija Ewgenija trägt und in St. Petersburg aufgewachsen ist. Sie stammt aus dem gleichen Volk wie Aruula und verfügt wie diese über schwache telepathische Fähigkeiten. Haaley kann jedoch nur unter dem Einfluss von Drogen von diesen Fähigkeiten aktiv Gebrauch machen. Ihre Kindheit und Jugend war ein einziger Albtraum und war mit dem Tod ihrer gesamten Familie verbunden. Die Details wurden nur Stück für Stück im Rahmen des „Weltenriss“-Zyklus (Hefte 550 bis 599) erzählt. Ihren Ersten Aufritt hatte sie im Heft Nr. 554 „Haaley“ von Ian Rolf Hill, der auch als ihr Erfinder gilt. Ursprünglich nur als kleiner Gag am Rande gedacht und ganz lose im Style von Harley Quinn aus den DC-Comics erdacht, gewann die Figur recht schnell das Herz der Leser und der anderen Autoren für sich und wurde so mit der Zeit von einer reinen Nebenfigur zur Schurkin an der Seite des hoffnungslos durchgeknallten Dr. Jacob Smythe und hat sich schließlich zur eher ungewollten Heldin an der Seite von Maddrax entwickelt.

Aruula ist seit Heft 1 der Serie „Maddrax“ die ständige Begleiterin der Titelfigur Maddrax alias Matthew Drax und stammt aus dem Volk der Amazonen aus dem Reich der dreizehn Inseln, die etwa dort liegen, wo sich heute in der Realität die schwedische Insel Gotland befindet. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren unterlag im Rahmen der Serie zahlreiche Höhen und Tiefen, dass sie jedoch am Ende des „Weltenriss“Zyklus einfach in Richtung Südamerika verschwand ist völlig untypisch. Es steht der dringende Verdacht im Raum, dass sie von einem oder mehreren Unbekannten entführt wurde. Zudem ist auch das private Kleinraumschiff RIVERSIDE und das Gerät für Fernreisen in ferne Sonnensysteme verschwunden. Der Einzige, der diesmal komplett als möglicher Schuldiger ausfällt, ist Dr. Smythe, der von Haaley im Streit erschlagen wurde. Auch der durchtriebene Colonel Kormak, der noch einige Rechnungen mit Drax offen hat, fällt als Schuldiger aus, da er während der Ereignisse im Finale des letzten Zyklus von den eigenen Soldaten krankenhausreif geschlagen wurde. So sieht sich Maddrax gezwungen in einem privaten Himmelfahrtskommando mit kleiner Mannschaft und schwacher Ausrüstung, mit dem Kleinraumschiff PLASMA die Verfolgung aufzunehmen.

Maddrax 600: „Amraka“ / von Ian Rolf Hill

Aruula ist im Rahmen des Finales des letzten Zyklus verschwunden. Matthew Drax macht sich Sorgen. Seine Gefährtin ist zwar in der Vergangenheit häufiger schon eigene Wege gegangen, aber die äußeren Umstände sind diesmal extrem ungewöhnlich und deuten auf eine gewaltsame Entführung hin. Mit ihr ist auch das gemeinsame Kleinraumschiff RIVERSIDE verschwunden.

An Bord des Kleinraumschiffs PLASMA, das eigentlich ein Kleinraumschiff des Volks der No‘ether war und sich im Verlauf des letzten Zyklus vorübergehend im Besitz des verrückten Wissenschaftlers Dr. Jacob Smythe befand, aber sich nun offiziell im Besitz der Dark Force befindet, nimmt Matthew Drax die Verfolgung auf. Der Kommandant Aran Kormak der Dark Force-Truppen liegt weiterhin im Koma. Daher führt aktuell Ashley Mara das Kommando. Die offizielle Besatzung der PLASMA besteht zu Beginn der Handlung aus Corporal Wayne Jackson, Brad Walther, Ricc Boston, Dr. Katta sowie den Privates Marisa Dschenn und Teeyla. Schließlich hat sich noch Haaley heimlich an Bord geschlichen und versteckt sich während des Überflugs des Atlantiks in einem Wandschrank.

Diese Reise endet überraschend, als die PLASMA am westlichen Ende des Amazonas an der Grenze zwischen Peru und Brasilien in ein Störfeld gerät, das alle technischen Einrichtung an Bord des Kleinraumschiffs zum plötzlichen Stillstand zwingt. Matt kann die PLASMA gerade noch rechtzeitig zu einer brutalen Notlandung im Urwald zwingen, bei der das Schiff weitgehend zerstört wird und es zum Tod von Bordingenieur Brad Walther kommt. Ausgerechnet Dr. Katta, ein Freund von Matthew Drax aus vergangenen Tagen, wird schwer verletzt und handlungsunfähig.

Dr. Katta bleibt zusammen mit Corporal Jackson und Privat Dschenn bei der PLASMA zurück, während sich Matthew Drax mit Privat Teeyla und Ricc Boston mit dem Amphibienpanzer PROTO auf die Suche nach Hilfe und der RIVERSIDE begibt, die sich laut der letzten Ortungsergebnisse ganz in der Nähe befinden muss. Doch auch PROTO wird nach kurzer Zeit vom Störfeld zum Stehen gebracht. Maddrax setzt die Suche zu Fuß fort, während Teeyla und Ricc beim Amphibienpanzer bleiben. Dort erscheint überraschend eine gänzlich unbekannte dritte Person, deren Spur sie in den Dschungel folgen, wo sie der Reihe nach in Fallen gelockt und getötet werden.

Auf dem Weg zur RIVERSIDE entdeckt Matthew Drax mitten im Urwald das Wrack des Flugzeugträgers USS NIMITZ. Es ist komplett unklar, wie der Ozeanriese auf die dem Ozean abgewandte Seite des tausende Meter hohen Anden-Gebirges geraten ist. Das Wrack der RIVERSIDE selbst ist vollkommen verlassen. Matt wird jedoch von einem riesigen Kondor angegriffen und trifft völlig überrascht auf Haaley, die einfach seiner Spur in den Urwald folgte. Auf dem Rückweg zur PROTO statten sie der USS NIMITZ einem Besuch ab, deren Besatzung sich jedoch als absolut unfreundlich gegenüber ungeladenen Gästen erweist. Matt klaut auf der Flucht einen seltsamen roten Kristall, der sich als überaus nützlich als Ersatz für den originalen Energiekristall der PROTO erweist. In der Nähe der PROTO finden Matt und Haaley jedoch auch die Leichen von Teeyla und Ricc.

In der Zwischenzeit kommt es auch zu Angriffen der Tier- und Pflanzenwelt auf die notgelandete PLASMA. Schließlich findet Dr. Katta den Tod, während Privat Marisa und Corporal Jackson durch den Urwald einer seltsamen Spur folgen. Zudem kommt es immer wieder zu handfesten Streit zwischen den beiden Soldaten, wobei der Corporal gegenüber Privat Marisa übergriffig wird.

Anmerkungen zum Roman:

Mit diesem Roman beginnt eine vollkommen neue Handlung, die mit der bisherigen Handlung der Serie nach meinem aktuellen Stand kaum in Verbindung steht. Die einzelnen Personen werden ausführlich in der Handlung vorgestellt und auch die aktuelle Situation, soweit für die Handlung relevant. Der Roman ist also ein idealer Einstiegspunkt für Neuleser. Zudem ist Ian Rolf Hill der passende Autor für solche eher auf Spannung getrimmte Romane, die wenig konkrete Informationen über die zukünftige Handlung oder auch nur Andeutungen über die weitere Serie bieten.

Die Handlung in den zwei Handlungsebenen in der zweiten Hälfte des Romans nach dem Absturz der PLASMA ist relativ simpel, aber spannend erzählt. Auch wenn ein erfahrener „Perry Rhodan“-Leser sich an zahlreiche Romane aus Frühzeit der „Perry Rhodan“-Serie und vor allem aus der frühen „Atlan“-Serie erinnert fühlt, wo Märsche durch Dschungelwelten fast zum regelmäßig präsentierten Standard gehörten. Legendär ist vor allem die wilde Urwald-Venus aus vielen alten Space Operas und auch „Perry Rhodan“. Wobei hier eher Edgar Rice Burroughs „Amtor“-Zyklus als Vorbild diente.

Wie Haaley in die Handlung eingebaut wurde, wirkt auf mich jedoch eher herbei gezwungen und nicht so recht in die Logik der Geschichte passend.

In den Foren im Internet wurde allerdings kritisiert, dass der Übergang vom letzten zum aktuellen Zyklus etwas zu glatt und bruchlos erfolgte und kein rechtes Gefühl für eine Zeitenwende aufkommt. Auch wirft dieser Roman zum Einstieg nur Fragen auf und liefert keine Antworten. Allerdings erwarte ich zum Anfang eines neuen Zyklus auch nicht viele Antworten. Die Geschichte soll ja erst einmal erzählt werden und dann ist noch genug Zeit für das Finale. Im Vergleich mit „Perry Rhodan“ Nr. 3200 „Mission MAGELLAN“ von Robert Corvus trifft dieser Roman jedenfalls meinen persönlichen Geschmack sehr viel besser. …. aber ich bin ja auch ein alter Fan der „Atlan“-Serie.

Anmerkungen zum Autor: Ian Rolf Hill

Ian Rolf Hill heißt eigentlich Florian Hilleberg, wurde am 3. März 1980 in Uelzen geboren und sein Schwerpunkt liegt eigentlich im Horror-Bereich. Seit dem Jahre 2015 gehört er zum Autorenteam der Serie „John Sinclair“ und er gehört inzwischen auch zu den mit Abstand produktivsten Autoren für die Serie „Maddrax“. Außerdem schreibt er noch für „Professor Zamorra“ und abgeschlossene Romane unter seinem bürgerlichen Namen. Sein erster „Maddrax“-Roman war die Nr. 429. Seine wichtigste Schöpfung für das Universum der „Maddrax“-Serie ist die Romanfigur Haaley.

Extras im Romanheft „Maddrax“ Nr. 600:

Der Roman verfügt über ein umlaufendes Titelbild von Néstor Taylor, das speziell für dieses „Maddrax“-Heft geschaffen wurde, nach Vorgaben von Redakteur Mad Mike alias Michael Schönenbröcher. Es zeigt den Titelhelden der Serie kniend auf dem Wrack der RIVERSIDE, wie er von einem übergroßen Kondor angegriffen wird. Die Leserseite (LKS) dient in erster Linie der Vorstellung des Künstlers, der in den letzten Jahren die meisten Titelbilder der Serie gestaltet hat und sich dabei stets an den Vorgaben von Redakteur und Autoren orientierte. Die Zeit, in der vorgefertigte Bilder von Agenturen erworben wurden und in einem ganz anderen Zusammenhang entstanden, sind vorbei.

Das erste „Maddrax“-Titelbild von Néstor Taylor zierte bereits das Heft Nr. 316. Er wurde am 2. Juli 1963 in Quilmes (Buenos Aires, Argentinien) geboren. Bereits im Alter von 18 Jahren erhielt er seine erste Anstellung bei der Firma Catú-cine Animation als Assistent und Animationszeichner. Er konzentrierte sich bei dieser Tätigkeit auf die Hintergrundanimation und arbeitete für argentinische, spanische und englische Serien und Spielfilme. Darüber hinaus arbeitete er bald als Illustrator im Verlagswesen für Zeitschriften und Kinderbücher. Seit etwa 10 Jahren konzentriert er sich vorwiegend auf die Erstellung von Titelbildern für den Bastei-Verlag. Daneben unterrichtet er auch in Zeichenkursen und Seminaren und hält Vorträge bei Kongressen. Rein handwerklich ist festzuhalten, dass Néstor Taylor die traditionelle Arbeit mit Acryl- und Ölfarben bevorzugt und Vorskizzen mit dem Bleistift erstellt, während in der Branche heute überwiegend mit Computergrafiken gearbeitet wird. Für komplexe technische Objekte erstellt er kleine Modell aus Papier als Vorlage.

Zusätzlich zur LKS enthält das Heft vier Seiten mit einem Interview mit Néstor Taylor, der hier zehn Fragen zu seiner Lebensgeschichte und seiner Arbeitsweise beantwortet.

Darüber hinaus enthält das Heft zwei Seiten mit der Risszeichnung des „Amphibienpanzers >>Prototyp XP-1<< von Michel Van, der als PROTO für die aktuelle Handlung wichtig ist.

Weiter enthält das Heft zwei Comics von Matthias Kringe. Diese waren vor einigen Jahren fast in jedem Heft enthalten. In der jüngeren Gegenwart wurden seine Comics jedoch in den „Maddrax“-Heften selten. Der erste Comic spielt mit der Frage, was es mit Aruulas Verschwinden wirklich auf sich hat. Der Künstler vermutet, dass sie nur mal ohne Maddrax Schuhe einkaufen gehen wollte.

Der zweite Comic stammt eigentlich schon aus dem „Maddrax“-Heft Nr. 182 und enthält keinen Text in den Sprechblasen. Der Comic ist Teil eines Preisrätsels. Die Leser sollen sich selbst Texte für die Sprechblasen ausdenken, einsenden und in einem Preisausschreiben bewerten lassen. Die Geschichte folgt dem Motto: „Ich hasse es, wenn sich Telepathen Witze erzählen!“

Schließlich enthält das Heft in der Mitte einen Bastelbogen für einen Entscheidungswürfel im Rahmen eines Rollenspiels. Die insgesamt acht Seiten des Würfels tragen die Porträts von acht wichtigen Figuren aus der Serie „Maddrax“ wahlweise mit einfacher Zählung oder auf der Rückseite des Bogens mit einem fetzigen Spruch passend zur jeweiligen Romanfigur.

Maddrax 601: Der Tempel / von Lara Möller

Die Handlung von „Maddrax“-Heft 600 wird bruchlos weitergeführt. Während ihrer Wache am Wrack der PLASMA bemerken Private Marisa und Corporal Jackson drei seltsame Fremde, die sich in einem unbekannten Dialekt unterhalten und schließlich auf einer Lichtung im Dschungel verschwinden, die exakt rechteckig ist und absolut künstlich angelegt wirkt.

Als einige Zeit später Haaley und Matt mit der PROTO am Landeplatz der PLASMA erscheinen, präsentieren die beiden Soldaten einen schwer zu identifizierenden scharfkantigen Gegenstand, den sie eher zufällig am Ort von Dr. Kattas Tod gefunden haben – die Leiche des Arztes selbst ist verschwunden. Später werden Haaley und Matt von den beiden Soldaten auch zur Lichtung geführt, wo das seltsame Trio aus Eingeborenen verschwunden ist. Bei näherer Begutachtung der Wiese stoßen sie auf die Ruinen alter Grundmauern eines antiken Bauwerks. Maddrax selbst entdeckt den Zugang zu einem gruseligen unterirdischen Labor, in dem Leichen in Behältern eingelegt sind. Zwei von ihnen sind wegen ihrer bleichen Haut als Technos zu identifizieren. Als Technos werden im Universum der Serie „Maddrax“ Menschen bezeichnet, deren Vorfahren den Untergang der Alten Welt vor 500 Jahren in Bunkern überlebt haben und die bis in die Handlungsgegenwart diese Bunker nicht wieder freiwillig verlassen. Die anderen Toten sind offenbar die Nachkommen von „normalen“ Einwohnern des Urwalds. Zudem entdeckt Haaley hinter einer Geheimtür einen der mysteriösen roten Kristalle. Ein solcher Kristall dient weiterhin als Energielieferant für PROTO. Maddrax äußert den Verdacht, dass der Edelstein radioaktiv sein könnte. Außerdem hat er eine Vision von einem seltsamen Zwillingspärchen.

Später beobachtet die Gruppe um Matt völlig unerwartet, wie Menschen, die sich wie die Bewohner Nordamerikas vor dem Erscheinen der Engländer kleiden und einen Mann durch den Urwald zerren, der seiner Uniform nach ein Soldat vom Flugzeugträger USS NIMITZ sein muss. Ihnen folgend, stoßen sie auf einen halb im Sumpf versunkenen Tempel. Durch eine List überwältigt Haaley die Wärterinnen des Tempels, die Gruppe dringt in das Gebäude ein. In den Gewölben des Tempels treffen sie auf einen mutierten Jaguar. Dieser trägt im Fell scharfe Schuppen, die an den seltsamen Fund am Todesort von Dr. Katta erinnern – auch seine Leiche befindet sich hier.

Als das Tier Privat Marisa direkt angreift, tötet diese die Kreatur durch das Zünden einer Granate. Dank ihrer Ausrüstung wird sie selbst nur leicht verletzt. Doch als die kleine Gruppe sich später durch einen verwüsteten Gang einen Weg aus dem Tempel hinaus und in den Sumpf bahnt, werden sie von Leuten in eine Falle gelockt, die einem Karl May-Roman zu entstammen scheinen und schließlich in einer kleinen umzäunten Siedlung mitten im Dschungel gefangengehalten. Hier erklärt ein Mann, der sich als Tecuun, Häuptling des Stammes vom Volk der Mayaa, vorstellt, dass sie ein Opferritual für die große Jaguar-Göttin gestört hätten. Zudem stellt sich heraus, dass das von Privat Marisa getötete Monster in Wahrheit nur das kleine Junge jener Göttin war. Unter den Stammesangehörigen bricht Unruhe aus, als sie von Privat Marisas Tat erfahren. Doch Privat Marisa ist wie nahezu der ganze Rest der Besatzung der PLASMA inzwischen verstorben. Daher sollen nun Haaley und Matt geopfert werden, um die Jaguar-Göttin zu besänftigen. Ein erneuter Fluchtversuch scheitert.

Anmerkungen zum Roman:

Die Geschichte ist eine hübsche Mischung aus „Indiana Jones“-Film und „Karl May“-Roman. Hinzu kommt eine kräftige Prise „Zehn kleine Negerlein“ a la Agatha Christie. Letztlich überleben von der Besatzung der PLASMA nur Haaley und Matthew Drax.

Der Roman ist überwiegend angenehm zu lesen und lebt vor allem von der Action, während die Story selbst keine echten Überraschungen bietet. Dafür machen die manchmal extrem verkrampft wirkenden Versuche in Richtung Political Correctness die Erzählung umständlich. Vom Standpunkt der Political Correctness aus betrachtet, wäre es wohl besser gewesen, den ganzen Roman an einem anderen Ort der Erde spielen zu lassen, wo Autor nicht ständig über die eigenen Formulierungen stolpert. Für den Leser hat dieser Krampf jedoch seinen eigenen Unterhaltungswert.

Für die bei „Perry Rhodan“-Lesern so beliebte übergeordnete Haupthandlung des Zyklus bildet dieser Roman nur eine unterhaltsame Überleitung vom letzten Roman zum nächsten. Wobei der Umstand, dass der weitaus größte Teil der Expedition den Tod findet und die beiden einzigen Überlebenden in die Hand der Einheimischen fallen, für die weitere Handlung wichtig ist.

Anmerkungen zur Autorin: Lara Möller

Sie gehört zu den Neulingen im Autorenteam der Serie „Maddrax“ und hat erst drei Romane für die Serie verfasst, diesen hier eingeschlossen. Sie ist 34 Jahre alt und lebt in Hamburg. Vor dem Einstieg in das Autorenteam von „Maddrax“ verfasste sie bereits einige Krimis, Fantasy-Romane und Romane zu Rollenspielen wie „Shadowrun“. „Maddrax“ Nr. 601 ist nicht repräsentativ für ihren üblichen Erzählstil. Zudem hatte sie nicht die Möglichkeit, wie die Autoren später, die einheimischen Protagonisten einfach beim Namen zu nennen oder ihre jeweilige konkrete Volkszughörigkeit zu erwähnen. Vor allem Letzteres wäre ein heftiger Spoiler für den folgenden Roman gewesen.

Extras im Romanheft „Maddrax“ Nr. 601:

Als Extra im Mitteilteil enthält das Heft eine acht Seiten umfassende Liste aller Romane, die bislang im Rahmen der Heftserie „Maddrax“ erschienen sowie in den jeweils 12-teiligen Miniserien „Mission Mars“ nach einer Idee von Wolfgang Hohlbein, „Das Volk der Tiefe“ von Michael Marcus Thurner und schließlich „2012 – Jahr der Apokalypse“ von Hubert Haensel. Schließlich gibt es eine Liste der 30 Bücher, die beim Zaubermond-Verlag erschienen und quasi als Gegenstück zu den „Planetenromanen“ der „Rhodan“-Serie abgeschlossene Geschichten zu Handlungsträgern und Ereignissen erzählen, die nach Ansicht der Autoren in der „Maddrax“-Serie zu kurz kamen.

Das Titelbild stammt erneut, wie schon das von Nr. 599 und 600 von Néstor Taylor und zeigt den verzweifelten Kampf zwischen Privat Marisa und dem Jaguar im Tempel.

Maddrax 602: Das Auge des Jaguars / von Michael Edelbrock

Matthew Drax und Haaley werden im Auftrag des Häuptlings Tecuun vom Stamm der Mayaas in einem großen Käfig gefangengehalten. Eines Tages werden sie vom Häuptling und seinen Wachen zum Tempel geführt. Der oberste Stammesschamane Phakcha weicht dabei nicht von ihrer Seite und verflogt jede ihrer Bewegungen mit äußerstem Misstrauen.

In den folgenden Stunden erfahren Matt und Haaley von Tecuun selbst, wie das Volk der Mayaas in diese Region Südamerikas gelangt ist. Es handelt sich bei ihnen tatsächlich um die fernen Nachkommen eines kleinen Stammes echter Mayas aus Mexiko, die es im Umfeld der Katastrophe im Jahre 2012 auf Wanderschaft durch die Urwälder Lateinamerikas trieb. Eines Tages gelangten sie auf ihrem Weg an den Ostrand des Amazonasgebiets. An der Grenze von Peru und Brasilien trafen sie auf einen anderen Stamm, deren Mitglieder sich als Inkas bezeichneten und sich selbst als ferne Nachkommen jener Indios betrachteten, die 500 Jahre zuvor unter der Knechtschaft der Anden-Könige aus der Dynastie der Familie der Inkas standen. Als die Spanier erschienen und das Reich der Inkas unterwarfen, befand sich dieses Reich in einem Bürgerkrieg zwischen den Anhängern zweier verfeindeter Brüder aus der Dynastie der Inkas. Doch dies war im 21. Jahrhundert längst vergessen und spielte für die Aktivitäten der örtlichen Schamanen längst keine Rolle mehr. Das Bündnis von Mayas und Inkas erwies sich als überaus fruchtbar und erfolgreich und eroberte im Verlauf der folgenden Generationen weite Teile der Ostseite der Anden und des westlichen Amazonas-Urwalds. Doch die 500 Jahre zwischen dem Jahr 2012 und der Handlungszeit der „Maddrax“-Serie sind eine lange Zeit. So sieht der Urwald nicht nur den langsamen Aufstieg des neuen Reichs der Mayaas, sondern auch dessen späteren Niedergang. In der Handlungsgegenwart gehören nur noch wenige Dörfer zum Reich. Im Zentrum ihres Glaubens steht jedoch weiterhin der Jaguar. Hinzu kommt die Feindschaft mit der Besatzung des Flugzeugträgers USS NIMITZ, den es unter seltsamen Umständen ins 26. Jahrhundert und auf die östliche Seite der Anden im peruanischen Amazons-Gebiet verschlagen hat.

Die USS NIMITZ ist von besonderer Bedeutung für das Volk der Mayaas, denn deren Besatzung befindet sich im Besitz der größten Sammlung dieser seltsamen roten Kristalle, die z. B. als Elektro-Batterien taugen, die stark genug sind selbst der PROTO als Energiequelle zu dienen. Einst besaßen die Mayaas tausende solcher Kristalle, doch die meisten sind inzwischen zerfallen oder haben schlicht ihre Wirkung verloren. Damit begann vor etwa 100 Jahren der Niedergang der Mayaas. An Bord der USS NIMITZ befinden sich weiterhin unzählige dieser Kristalle, doch die Besatzung gibt davon nichts an die übrigen Bewohner des Dschungels ab. Im Gegenteil überfallen sie regelmäßig die Stämme in der Umgebung, um diese für ihre Experimente zu nutzen.

Matt und Haaley sollen nun einige dieser Kristalle von der USS NIMITZ rauben und in den Besitz der Mayaas übergeben. Auf ihrer Expedition werden sie allein von Ccahuantico begleitet, einem jungen Mayaa dessen Hauptaufgabe es ist, die beiden an der Flucht oder gar an einem Überlaufen auf die Seite der Besatzung der USS NIMITZ zu hindern. Diese erweist sich jedoch erneut als äußerst feindselig und abweisend gegenüber Matt und Haaley, die nur mit größter Mühe zurück in den Tempel gelangen, wo sie bereits von Häuptling Tecuun erwartet werden.

Anmerkungen zum Roman:

Eine fast schon epische Geschichte, in der die Historie der Mayaa den Hauptteil der Handlung bildet. Die Vielzahl der im Rahmen dieser Historie erwähnten Personen, Orte und Ereignisse macht es unmöglich hier eine mehr als grobe Zusammenfassung zu liefern.

Die Rahmenhandlung glänzt hauptsächlich durch Action, aber auch durch gut getroffene Darstellung der Atmosphäre am Schauplatz und einprägsame Charakterzeichnung.

Dies ist erst der dritte Roman des Autors Michael Edelbrock für die Serie „MADDRAX“, doch der Roman wirkt auf mich als Leser eher wie das Werk eines gestandenen Altmeisters.

Anmerkungen zum Autor: Michael Edelbrock

Tatsächlich ist der 1980 geborene Autor abseits der großen Heftserien bereits ein erfahrener Autor, der zahlreiche Kurzgeschichten und drei eigenständige Fantasie-Romane verfasste. Darüber hinaus ist er vor allem für den Mohlberg-Verlag aktiv und verfasste dort Romane im Rahmen der Serien: „Rex Corda“ und „Chet Morrow“ alias „Ad Astra“. Ebenfalls beteiligt ist er an der Serie „Raumschiff Promet – Von Stern zu Stern“ des Blitz-Verlags, bei der es sich um eine Art Neuschreibung der Originalserie aus den 1970‘er Jahren handelt, im Stil von „Perry Rhodan-Neo“.

Extras im Romanheft „Maddrax“ Nr. 602:

Das Heft enthält in der Mitte eine zwei Seiten umfassende LKS, die von Mad Mike betreut wird.

Bei dem Titelbild handelt es sich diesmal um eine Fotokollage

Maddrax Nr. 603: In der Grünen Hölle / von Michael Edelbrock

Matthew Drax, Haaley und Ccahuantico werden von Tecuum, dem Häuptling der Mayaas mit einem neuen wesentlich größeren Auftrag versehen.

Sie sollen mit dem Amphibienpanzer PROTO in eine besonders abgelegene und gefährliche Sperrzone des Urwalds vordringen, um im ältesten und verstecktesten Tempel der Mayaas nach einem Spiegel zu suchen, mit dessen Hilfe es möglich sein soll neue blutrote Kristalle zu erschaffen, die dank ihrer extremen energetischen Aufladung zu allerlei Zwecken genutzt werden können. Ein kleinerer dieser Kristalle dient z. B. PROTO bereits als Energiequelle.

Während der Vorbereitung der Expedition schildert ihnen Tecuum drei weitere wichtige Ereignisse aus der Geschichte dieser Region an der Grenze von Peru und Brasilien. Diesmal geht es in die Zeit der geschriebenen Historie. Im Jahre 1660 ziehen sich einige überlebende Jaguar-Priester vor der Nachstellung durch die Spanier tief in den Amazonas-Urwald zurück. Im Jahre 1935 stößt eine archäologische Expedition im Indiana Jones-Style in den Urwald vor, um sich auf die Suche nach dem Tempel der geflüchteten Priester zu machen, in der Hoffnung dort einen großen Schatz heben zu können. Doch dies erweist sich als Irrtum. Schließlich flüchtet im Jahr 2012 angesichts des Weltuntergangs durch den Einschlag des Kometen Christopher-Floyd eine Gruppe von Einwohnern der kleinen Provinzstadt Cajamarca in den Urwald im Osten von Peru. Dort treffen sie auf die fernen Nachkommen der 1660 in den Urwald geflüchteten Jaguar-Priester und später auf den Stamm der Maya, der aus dem weiten entfernten Norden der Halbinsel Yukatan eingewandert ist.

Matt, Haaley und Ccahuantico erreichen mit PROTO schließlich eine Zone im Urwald, die eher aus einer Kreuzung aus Gruselroman und Jurassic Park-Film zu stammen scheint. Zahlreiche monströse Tiere und Pflanzen greifen immer wieder den Amphibienpanzer an und sorgen für Pannen und längere Pausen. Während der Fahrt durch diese Sperrzone erzählt Ccahuantico die Geschichte der Eroberung des Inka-Reichs durch Francisco Pizarro im Jahre 1532 aus der Sicht der Jaguar-Priester des Inka-Reichs, die schließlich vor den Spaniern in den Urwald fliehen.

Im Zentrum der gruseligen Sperrzone voller Monster befindet sich der älteste und mysteriöseste der Jaguar-Tempel. Er ist weitgehend zerfallen und überwuchert. Hinzu kommen diverse alte Fallen, die Matthew, Haaley und Ccahuantico den Weg durch die riesige Ruine erschweren. Als sie alle drei in eine riesige Fallgrube zu geraten drohen, überleben sie nur, weil überraschend der Jaguar-Priester Phakcha auftaucht. Er weist den Dreien auch den Weg durch den Tempel zum Spiegel. Bei diesem handelt es sich in Wahrheit um eine große Opferschale aus Silber, deren Boden ein Spiegel ist. Außerdem steht am Rand der Schale ein Rezept zur künstlichen Herstellung der mysteriösen roten Kristalle, die nur wie rote Diamanten aussehen, jedoch nicht annähernd so stabil und hart sind. In Wahrheit bestehen sie vollständig aus organischem Material. Es sind im Grunde nichts anderes als energetisch besonders stark aufgeladene Bonbons mit allerdings extrem wilder Rezeptur.

Bevor die Expedition sich mit dem PROTO wieder auf den Rückweg begibt, erzählt Phakcha die Geschichte des Jaguar-Priesters Kuymi. Dieser lebte bis zum Jahre 1480 im Tempel des Schöpfergottes Pachacamac. Der Tempel und das Umland waren erst vor etwa 50 Jahren von den Inkas erobert und unterworfen worden. Nun erhalten die Priester unter dramatischen Umständen vom Orakel die Weissagung, dass das Reich der Inka in weiteren 50 Jahren wieder untergehen wird. Außerdem erhält Kuymi vom sterbenden Orakelpriester Plassqu das Rezept zur Herstellung roter Kristalle, die einmal für das Überleben des Volkes in ferner Zukunft wichtig sein werden.

Die Rückkehr in das Dorf verläuft reibungslos. Im Dorf wird sofort mit den Vorbereitungen für die Herstellung neuer Kristalle begonnen. Die Herstellung selbst stellt ein festliches Ritual dar, an dem die gesamte erwachsene Bevölkerung unter der Leitung von Phakcha teilnimmt. Nach dem Fest ist Matthew Drax vollkommen erschöpft und kommt ins Grübeln. Denn seinem eigentlichen Ziel, Aruula und ihre Entführer zu finden und seine Gefährtin zu befreien, ist er kein Schritt näher gekommen. Als nächstes Ziel auf der Suche nach Hinweisen wird er sich der USS NIMITZ zuwenden.

Anmerkungen zum Roman:

Der zweite Teil des Doppelbandes Michael Edelbrocks schließt reibungslos an den ersten Teil an und führt die Geschichte im selben Stil weiter. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen. Der Doppelband hat bei mir vor allem das Interesse an der realen Geschichte der Inka geweckt. Die Geschichte Lateinamerikas ist nicht weniger facettenreich als jene anderer Erdteile. Allein schon ein Blick in die Wikipedia führte dann zu der Erkenntnis, dass sich der Autor wohl relativ eng an die Vorgaben der bekannten Geschichtsschreibung der Anden-Völker hielt.

Einziger Kritikpunkt ist die Aussage, dass die Inkas keine Schrift und somit auch keine Bücher, Briefe und vor allem keine Buchführung kannten. Dies ist nicht ganz richtig. – Die Oberschicht im Reich der Inka, ähnlich wie im mittelalterlichen Europa vor Erfindung des Buchdrucks, achtete lediglich darauf, dass die Kunst des Lesens und Schreibens auf die Oberschicht beschränkt blieb. Es gab allerdings im Reich der Inka eine Besonderheit, die sog. Knotenschrift. Hierbei handelte es sich um Seile und Fäden, die zu komplexen Mustern verknüpft wurden, wobei auch die Farbe und das Material der Fäden und die Wahl der Knotenform und deren Platzierung eine Rolle spielte. Auf diesen Weg ließen sich nur relativ kurze Texte festhalten, diese konnten von Boten jedoch schnell von Ort zu Ort gebracht werden. Die Knotenschrift dominierte daher den Informationsfluss in den Anden während der Inka-Zeit. Die Kolonisten und Ihre Nachkommen benötigten jedoch Jahrhunderte, um diese Texte zu deuten. Schließlich soll es auch eine Art südamerikanische Hieroglyphenschrift gegeben haben, die vor allem zur Zierde von Palast und Tempelwänden gedacht war und deren Texte von den Spaniern nach der Eroberung des Inka-Reichs gezielt gesucht und zerstört wurden, um Spuren zu beseitigen.

Wichtig ist noch ein anderer Punkt, der für die Geschichte an sich nur am Rande eine Rolle spielt, der höhere Adel des Inka-Reichs bestand aus den Familienangehörigen des „Sapa Inka“ (zu gut Deutsch des „Einzig wahren Inka“) und damit Königs des Inka-Reichs. Wobei die Sapa Inka, wie in der Antike die ägyptischen Pharaonen, aber auch die Oberschicht des antiken Persiens zu Zeiten Zarathustras, die Geschwisterehe praktizierten, um eine Verunreinigung des Blutes der Herrscherfamilie zu vermeiden, die der Überlieferung nach direkt von den Göttern abstammte. Da jedoch gleichzeitig die Vielweiberei gepflegt wurde und die Ehen sehr kinderreich waren, war diese Oberschicht dennoch relativ zahlreich. In der „Perry Rhodan“-Serie spekuliert K. H. Scheer dann auch, dass die Familie des Sapa Inka tatsächlich von einem der arkonidischen Offiziere Atlans aus der Zeit von Atlantis abstammt, der praktischerweise einfach nur Inka hieß. Auch in der Serie „Dämonenkiller“ alias „Dorian Hunter“ spielen die Inka eine relativ wichtige Rolle und sind sogar Thema eines eigenen Zyklus.

Maddrax Nr. 604: „Als die Erde unterging“ / von Michael Marcus Thurner

Die nächste Zwischenstation auf der Suche vom Matthew Drax auf der Suche nach Aruula ist der Flugzeugträger USS NIMITZ, den es während des Einschlags des Kometen Christopher-Floyd auf der Erde des Jahres 2012 in einen schrecklichen Sturm durch Raum und Zeit verschlagen hat, der das Schiff letztlich auf der östlichen, zum Amazonas Tiefland hin abfallenden Seite des Anden-Gebirges stranden ließ. Das Schiff liegt Hunderte Kilometer vom nächsten Ozean entfernt auf dem Land in der Nähe der Grenze zwischen Peru und Brasilien fest. Auch an Bord des in Raum und Zeit versetzten Schiffs sind inzwischen Generationen vergangen und es herrschen unheimliche Zustände. Zusammen mit Haaley versucht der Held dennoch Kontakt aufzunehmen.

Der Autor nutzt die Gelegenheit, in der zweiten Handlungsebene des Romans die Geschichte der Irrfahrt der USS NIMITZ zu erzählen. Sie sollte im Vorfeld der Katastrophe eine Evakuierung von ausgewählten Zivilisten durchführen und dazu von der Westküste der USA aus, durch den Panamakanal, in die Karibik vorstoßen, auf der dem Pazifik abgewandten Seite Amerikas. Doch dann kommt im Chaos des allgemeinen Weltuntergangs 2012 n. Chr. alles ganz anders …

Anmerkungen zum Autor: Michael Marcus Thurner

Der Österreicher gehört zur zweiten Generation der „Maddrax“-Autoren, und sein erster „Maddrax“-Roman war bereits das Heft Nr. 91 aus dem Jahr 2003. Er schrieb also bereits bei „Maddrax“ mit, bevor er „Perry Rhodan“-Autor wurde. In dieser Zeit stieß der Autor auch auf die Fortsetzung der Serie „Dämonenkiller“ alias „Dorian Hunter“ beim Zaubermond-Verlag. Mit dem Jubiläumsband der Buchserie Nr. 100 übernimmt Michael Marcus Thurner schließlich das Exposé von „Dorian Hunter“. Bereits vor zwei Jahrzehnten fungierte er als letzter Exposé-Autor der neuen „Atlan“-Serie für zwei Minizyklen von jeweils 12 Heften. Für die „Perry Rhodan“-Miniserie „Wega“ von 2021 fungierte er ebenfalls als Exposé-Autor. Darüber hinaus schrieb er auch an zahlreichen anderen Serien wie z. B. „Bad Earth“ mit und verfasste auch von Serien unabhängige Romane. Aus der Serie „Maddrax“ war er daher eigentlich schon mit Heft 362 am 3. Dezember 2013 offiziell ausgestiegen. Dies ist jedoch bereits sein sechster Gastroman in der Serie „Maddrax“ seit seinem Ausstieg.

Der Redakteur Mad Mike verkündete im Umfeld des aktuellen Zyklus übrigens, dass es in diesem Zyklus weitere Gastromane von Altautoren der Serie geben wird.

Anmerkungen:

Das Titelbild stammt von Arndt Drechsler, der für „Perry Rhodan“-Leser ebenfalls kein Unbekannter ist und seit „Maddrax“-Heft 48 vom 27. November 2001 im Schnitt einmal im Jahr ein Titelbild zur Serie beiträgt. Für das Jahr 2023 hat er damit sein Soll erfüllt. :o)

Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass die Geschichte der USS NIMITZ ein Vorbild hat, z. B. gibt es tatsächlich einen US-Flugzeugträger dieses Namens und er spielt eine wichtige Rolle in dem Hollywood-Film „Der letzte Countdown“ von 1980. Darin wird die NIMITZ in die Vergangenheit versetzt und findet sich plötzlich am 7. Dezember 1941 im Pazifik in der Nähe der Inselgruppe Hawaii wieder. Im Film geht es nun darum, ob und wie die Besatzung unter dem Kommando von Kapitän Matthew Yelland (dargestellt von Kirk Douglas) in den Angriff der Japaner auf den Hafen von Pearl Harbor eingreift, der in der Realität zum Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg führte.

Bei dieser Gelegenheit sei noch verraten, dass mit „Maddax“ Nr. 605: „Mabuta – der vielbeinige Gott“ von Ian Rolf Hill der Zyklus noch nicht zu Ende ist und der Titelheld weiterhin nach seiner Gefährtin Aruula sucht und es wieder mit einem Stamm besonders eigenwilliger Dschungelbewohner zu tun bekommt. Deren Spezialität ist diesmal die Dressur von Wanderameisen. Die Serie bleibt sich also treu und erzählt keine literarisch wertvollen, aber sehr unterhaltsame Geschichten.

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